Trudeltraining in Puchacz: drittes Trudeln nicht ausgeleitet
Fluglehrer und Flugschüler einer Puchacz wurden bei einem Trudeltraining nahe Husbands Bosworth tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach dem Ausklinken in ~915 m AGL leiteten beide zwei Linkstrudeln normal aus. Ein drittes Trudeln aus ~460 m AGL dauerte etwa fünf Umdrehungen; zuletzt wurde die Puchacz in einer steilen Linkskurve unter 30 m gesichtet, bevor der linke Flügel den Boden traf. Vor dem Aufprall wurde kein Steuerungsschaden festgestellt; eine Ursache konnte nicht ermittelt werden. Der Schüler hatte zuvor nur in der gutmütigeren K13 getrudelt; der Fluglehrer hatte sehr wenig Puchacz-Erfahrung.
- F-Schlepp im Schulungsflug bis ~915 m: Die zweisitzige SZD-50-3 Puchacz wurde im F-Schlepp ab Husbands Bosworth zu einem Schulungsflug (Fluglehrer + Flugschüler) gestartet und in ~915 m AGL normal ausgeklinkt. Der voraussichtliche Schulungsschwerpunkt war das Trudeln.
- Zwei Linkstrudeln normal ausgeleitet: Zeugen aus einer nahegelegenen Rotax Falke beobachteten ein erstes Linkstrudeln aus stark angehobener Lage mit normaler Ausleitung nach etwa 1-1,5 Umdrehungen, einen zwischenzeitlichen Höhengewinn und ein zweites Linkstrudeln aus normaler Fluglage mit ebenfalls normaler Ausleitung. Die Puchacz schien anschließend kontrolliert weiterzusteigen.
- Geringe Puchacz-Erfahrung beidseits: Die bisherige Trudeleinweisung des Flugschülers war ausschließlich auf einer K13 erfolgt, deren Trudeleigenschaften gutmütiger sind als die der Puchacz; auf dem Muster hatte er bisher nicht getrudelt. Der Fluglehrer (BGA-Assistant-Instructor-Berechtigung) hatte rund 9 Stunden Gesamterfahrung auf der Puchacz und nur etwa 1,5 Stunden in den letzten 28 Tagen.
- Drittes Trudeln eingeleitet aus ~460 m: Bodenzeugen sahen, wie die Puchacz die Nase steil nach oben zog und in etwa 460 m AGL ein drittes Linkstrudeln einleitete — deutlich tiefer als die beiden vorhergehenden Trudelversuche mit normaler Ausleitung.
- Etwa fünf Umdrehungen, keine Ausleitung: Bodenzeugen beobachteten etwa fünf Umdrehungen in einem steilen, nasenlastigen Linkstrudeln ohne erkennbare Lageänderung oder Ausleitversuche. Ein Zeuge meinte, die Drehrate könnte sich kurz vor dem Sichtverlust hinter einem Hügel leicht beschleunigt haben. Funkverkehr wurde keiner empfangen.
- Linker Flügel trifft Boden unter 30 m: Ein weiterer Zeuge sah die Puchacz in einer Linkskurve in weniger als 30 m AGL eine Hecke überqueren, bevor zuerst der linke Flügel und dann die Rumpfnase mit etwa 60° Längsneigung auf einem Feld aufprallten. Beide Insassen wurden tödlich verletzt (der Fluglehrer wurde lebend aus dem Wrack geborgen, verstarb jedoch auf dem Weg ins Krankenhaus). Vor dem Aufprall wurde kein Schaden an den Hauptsteuerungen festgestellt; eine Ursache (mögliche Bewusstlosigkeit eines Insassen oder eine Steuerblockierung) konnte nicht abschließend ermittelt werden. Die linke Bremsklappe war nach dem Aufprall ausgefahren; die technische Untersuchung wertete den Bruch des Stützgefüges am Kegelradgetriebe als aufprallbedingt.