Territorialer Steinadler greift LS 6-c18 in gemeinsamem Aufwind an; Haube bricht
Bei Winteregg im Berner Oberland griff in 2.920 m MSL ein Steinadler eine im Aufwind kreisende LS 6-c18 an und schlug rechts in die Kabinenhaube ein; die Haube zerbarst, der Vogel blieb kurz im Cockpit hängen und wurde vom Piloten herausbefördert. Kurz darauf folgte ein weiterer Riss quer über die Haube. Bei erhaltener Steuerbarkeit flog der Pilot direkt nach Thun und landete ereignislos. Niemand wurde verletzt; die rechte Haubenhälfte fehlte, die Rückenlehne war gebrochen. Eine Schweizer Studie führt solche Angriffe auf Territorialverhalten zurück: Steinadler werten Segelflugzeuge unter rund 100 m Abstand als Artgenossen.
- Streckenflug, Aufwinde nutzen: Auf einem Streckenflug ab Thun kreiste der Pilot in einer kräftigen Thermik nahe Winteregg bei ca. 2.920 m.
- Steinadler dreht in Gegenanflug: Nachdem Adler und Segelflugzeug zunächst denselben Aufwind ohne Konflikt gemeinsam genutzt hatten, drehte ein Steinadler plötzlich die Kreisrichtung um und wandte sich bei geringem Abstand nach links dem Segelflugzeug zu.
- Kollision mit der Haube: Der Adler kollidierte mit der rechten Seite der Haube ca. 400 m über dem Winteregg-Grat, zerschmetterte diesen Bereich und wurde kurzzeitig im Cockpit gefangen.
- Pilot befreit Cockpit: Der Pilot schob den Adler von Hand aus dem Cockpit, überprüfte anschließend die Steuerbarkeit und vermutete einen möglichen Leitwerksschaden, nachdem er ein weiteres lautes Knacken durch einen sekundären Haubenriss gehört hatte.
- Rückflug nach Thun: Der Pilot entschied, den Flug zu beenden, sicherte lose Haubenteile und Gegenstände im Cockpit und gab Blindmeldungen auf der Thun-Frequenz ab, während er direkt zum Platz zurückflog.
- Landung mit Schäden; unverletzt: Der Pilot führte eine problemlose Direktlandung in Thun durch und blieb unverletzt. Das Segelflugzeug erlitt Schäden: ein fehlendes rechtes Haubenfeld, ein durchgehender Haubenriss und ein gebrochener Sitzrücken.