ASW 19: Hotellier-Verschluss offen; Pilot rettet sich mit Fallschirm

Quakenbrück, Germany Alexander Schleicher ASW 19

Am 5. Juli 2009 startete die ASW 19 per Windenstart von Quakenbrück. Beim Rollvorgang hörte der Pilot ein Klappern aus dem Heck; nach dem Abheben reagierte das Höhenruder nicht. Er meldete dies per Funk. Bei rund 300 m löste sich das Windenseil; die Nicksteuerung blieb weiterhin aus. Der Pilot warf die Haube ab, verließ die Maschine am Rettungsschirm und landete unverletzt. Die ASW 19 geriet in Rückentrudeln und zerschellte auf einem Kornfeld. Der Hotellier-Verschluss war beim Aufrüsten nicht eingerastet. Ruderkontrolle am Knüppel erkennt diesen Fehler nicht: Knüppelbewegungen bleiben auch bei entkoppeltem Höhenruder möglich.

  1. Windenstart, Piste 10/28: Gegen 12:20 Uhr Ortszeit begann die ASW 19 einen Windenstart vom Fluggelände Quakenbrück (1.200 m Windenbahn, Grasbahn 10/28) bei VMC und leichtem Wind aus 280°.
  2. Hotellier-Verschluss offen: Beim Aufrüsten wurde der Hotellier-Verschluss der Höhenruderanlenkung nicht eingerastet. Die Vor-Start-Ruderkontrolle erfolgte nur am Steuerknüppel; laut Hersteller sind Knüppelbewegungen auch bei entkoppeltem Höhenruder möglich — das Höhenruder bleibt im Fahrtwind in Neutralstellung. Ein sichtbarer Knüppelausschlag schließt den Fehler daher nicht aus.
  3. Klappern aus dem Heck beim Rollen: Während des Rollvorgangs hörte der Pilot ein Klappern aus dem Heckbereich des Rumpfes.
  4. Höhenruder reagiert nicht: Kurz nach dem Abheben stellte der Pilot fest, dass das Höhenruder auf Knüppeleingaben nicht reagierte. Er meldete den Ausfall der Nicksteuerung per Funk an die Startmannschaft.
  5. Windenseil löst sich bei ~300 m: Bei etwa 300 m Höhe löste sich das Windenseil aus der Schleppkupplung; das Segelflugzeug ging in den Horizontalflug über. die Nicksteuerung blieb weiterhin ausgefallen.
  6. Pilot verlässt die Maschine: Der Pilot warf die Haube ab und verließ das Flugzeug; er landete am Rettungsschirm unverletzt.
  7. Unbemannte ASW 19 in Rückentrudeln: Ohne Pilot an Bord geriet die ASW 19 außer Kontrolle und entwickelte ein Rückentrudeln.
  8. Aufprall Kornfeld — Totalschaden: Die ASW 19 schlug auf einem Kornfeld etwa 1 km in Startrichtung auf und wurde zerstört. Der Pilot blieb unverletzt.
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