Eta zerbricht im Erprobungsflug; Piloten retten sich mit Fallschirm
Bei einem Trudelversuch zur Musterzulassung versagte in Büchig die hintere Rumpfröhre eines Eta; beide Insassen retteten sich mit dem Fallschirm, das Flugzeug wurde im Absturz zerstört. Aus ~2 650 m AGL leitete der Pilot bei ~75 km/h mit Wölbklappen +2 ein asymmetrisches Rechtstrudeln ein. Nach ~1,5 Umdrehungen bei ~140 km/h IAS gab er Gegenseitenruder; in ~2 300 m AGL versagte die Rumpfröhre. Das Flugzeug lag ~4 % über Höchstmasse mit asymmetrischer Betankung (16 L Rumpf, ~30 L rechter Flügel, linker Flügel leer). Fertigungsmängel an der Seitenflosse und eine über JAR-22 nicht abgedeckte Schieb-/Gegenseitenruder-Belastung trugen bei.
- Eigenstart zum Zulassungs-Trudelversuch: Der Eta-Prototyp startete im Eigenstart vom Segelfluggelände Büchig zu einem weiteren Trudelversuch im Rahmen der Musterzulassung, diesmal mit asymmetrischer Betankung. Der Pilot hatte zuvor 12 Flüge auf dem Muster absolviert und brachte Trudelerprobungserfahrung von einem vergleichbaren Muster mit.
- Steigflug auf ~2 650 m AGL, Motor ein: Der Pilot stieg motorisch auf rund 2 650 m AGL, schaltete den Motor ab und fuhr ihn in die Rumpfröhre ein.
- Übermasse, asymmetrisch betankt: Zum Unfallzeitpunkt lag das Flugzeug rund 4 % über der höchstzulässigen Abflugmasse. Die Betankung war asymmetrisch: ~16 L im Rumpftank, ~30 L im rechten Flügeltank, linker Flügeltank leer.
- Fertigungsmängel, JAR-22 nicht abgedeckt: Im Bereich der Seitenflossenanbindung wies die hintere Rumpfröhre Fertigungsmängel auf, u. a. fehlende 0°-Kohlefaserlagen. Die Auslegung erfasste den hohen Seitenlastfall aus kombiniertem Schiebeflug und Gegenseitenruder nicht über die JAR-22-Anforderungen hinaus.
- Asymmetrisches Rechtstrudeln eingeleitet: Der Pilot verlangsamte auf etwa 75 km/h, stellte die Wölbklappen auf +2 und leitete ein Rechtstrudeln mit Vollausschlag rechtem Seitenruder und linkem Querruder bei voll gezogenem Höhenruder ein.
- Gegenseitenruder; Rumpfröhre versagt: Nach etwa 1,5 Umdrehungen hatte sich die Geschwindigkeit in steiler Lage auf rund 140 km/h IAS aufgebaut. Der Pilot gab Gegenseitenruder zur Ausleitung; in ~2 300 m AGL versagte die hintere Rumpfröhre unmittelbar danach mit einem lauten Knall. Das Flugzeug ging in eine unkontrollierbare Rückenlage über; Rumpfheck und Leitwerk waren teilweise abgetrennt.
- Piloten steigen mit Fallschirm aus: Pilot und Erprobungsbegleiter verließen das Flugzeug und retteten sich mit Notfallschirmen; beide landeten unverletzt.
- Unkontrollierter Absturz in Kiefernwald: Der herrenlose Eta stürzte mit teilweise abgetrenntem Heck und Leitwerk in einen Kiefernwald und wurde beim Aufprall zerstört. Geringer Flurschaden; keine Personenschäden am Boden.