ASK 21 harte Außenlandung nach Verlassen des Gleitbereichs zum Heimatplatz

Stabio, Switzerland Alexander Schleicher ASK 21

Zwei Piloten starteten in Calcinate del Pesce (LILC, Italien) mit einer ASK 21 zu einem lokalen Segelflug bei schwacher Blauthermik — ohne Navigationskarte und Flugplanung. Beide mit geringer Übung. Nach knapp 2 h bei Chiasso auf ~1000 m MSL war der Heimatplatz nicht mehr im Gleitbereich; sie mussten außenlanden. Sie wichen auf eine Wiese SW Stabio aus, ~245 m AGL — von ihnen als ~400 m geschätzt. Endanflug ~110 km/h mit voll gezogenen Bremsklappen, steiler Anflugwinkel; das Segelflugzeug schlug ~90 m vor dem Ende der Landewiese hart auf. Erheblicher Bugschaden; hinterer Pilot schwer verletzt, vorderer unverletzt.

  1. Lokalflug ab LILC: Schleppstart 13:57 Ortszeit ab Calcinate del Pesce (LILC, Italien). Leichter Nordwind, schwache Blauthermik. Zwei Piloten an Bord, wechselweise am Steuer der ASK 21.
  2. Kaum Erfahrung, keine Navigation: Beide Piloten hatten geringe aktuelle Flugerfahrung. Da nur ein Lokalflug geplant war, führten sie weder Navigationskarte noch Gerät mit und trafen keine Navigationsplanung.
  3. Gleitbereich zu LILC verlassen: Nach rund zwei Stunden überwiegend östlich von LILC erkannten die Piloten nahe Chiasso bei ca. 1.000 m MSL, dass ein direkter Heimflug nicht mehr möglich war und eine Außenlandung erforderlich wurde. Den Gleitbereich des Platzes hatten sie bereits verlassen — der von SUST genannte beitragende Faktor.
  4. Außenlandung nahe Stabio gewählt: Pilot A übernahm die Steuerung für die Landung. Die Piloten wählten zwei Felder südwestlich von Stabio aus und erreichten das Gebiet bei ca. 600 m MSL.
  5. Geländehöhe falsch eingeschätzt: Die Piloten gingen davon aus, das Feld liege auf ähnlicher Höhe wie LILC, und schätzten ihre Höhe über Grund auf ca. 400 m. Der tatsächliche Höhenunterschied ergab nur ca. 245 m über Grund — eine Fehleinschätzung um Faktor 1,6. Sie flogen mehrere vollständige Kreise links und rechts über dem Feld bei kontinuierlich sinkender Höhe, bevor sie ein geschätztes 200-m-Feld neben einem Industriegebäude auswählten.
  6. Heißer Anflug, volle Bremsklappen: Bei ca. 450 m MSL (ca. 95 m über Grund) leitete Pilot A eine durchgehende 270°-Rechtskurve in den Endanflug ein. Endanflug in Richtung Nord bei ca. 110 km/h IAS mit vollständig ausgefahrenen Bremsklappen in steilem Anflugwinkel.
  7. Harter Aufschlag vor dem Feld: Das Segelflugzeug traf den Boden ca. 90 m vor dem Ende des Landefeldes hart auf und kam 50 m weiter zum Stillstand. Schwere Schäden am vorderen Rumpfboden und am Bugfahrwerk. Vorderer Pilot unverletzt; hinterer Pilot schwer verletzt. SUST-Hauptursache: ungeeignete Anflugplanung.
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