ASK 21 harte Außenlandung nach Verlassen des Gleitbereichs zum Heimatplatz
Zwei Piloten starteten in Calcinate del Pesce (LILC, Italien) mit einer ASK 21 zu einem lokalen Segelflug bei schwacher Blauthermik — ohne Navigationskarte und Flugplanung. Beide mit geringer Übung. Nach knapp 2 h bei Chiasso auf ~1000 m MSL war der Heimatplatz nicht mehr im Gleitbereich; sie mussten außenlanden. Sie wichen auf eine Wiese SW Stabio aus, ~245 m AGL — von ihnen als ~400 m geschätzt. Endanflug ~110 km/h mit voll gezogenen Bremsklappen, steiler Anflugwinkel; das Segelflugzeug schlug ~90 m vor dem Ende der Landewiese hart auf. Erheblicher Bugschaden; hinterer Pilot schwer verletzt, vorderer unverletzt.
- Lokalflug ab LILC: Schleppstart 13:57 Ortszeit ab Calcinate del Pesce (LILC, Italien). Leichter Nordwind, schwache Blauthermik. Zwei Piloten an Bord, wechselweise am Steuer der ASK 21.
- Kaum Erfahrung, keine Navigation: Beide Piloten hatten geringe aktuelle Flugerfahrung. Da nur ein Lokalflug geplant war, führten sie weder Navigationskarte noch Gerät mit und trafen keine Navigationsplanung.
- Gleitbereich zu LILC verlassen: Nach rund zwei Stunden überwiegend östlich von LILC erkannten die Piloten nahe Chiasso bei ca. 1.000 m MSL, dass ein direkter Heimflug nicht mehr möglich war und eine Außenlandung erforderlich wurde. Den Gleitbereich des Platzes hatten sie bereits verlassen — der von SUST genannte beitragende Faktor.
- Außenlandung nahe Stabio gewählt: Pilot A übernahm die Steuerung für die Landung. Die Piloten wählten zwei Felder südwestlich von Stabio aus und erreichten das Gebiet bei ca. 600 m MSL.
- Geländehöhe falsch eingeschätzt: Die Piloten gingen davon aus, das Feld liege auf ähnlicher Höhe wie LILC, und schätzten ihre Höhe über Grund auf ca. 400 m. Der tatsächliche Höhenunterschied ergab nur ca. 245 m über Grund — eine Fehleinschätzung um Faktor 1,6. Sie flogen mehrere vollständige Kreise links und rechts über dem Feld bei kontinuierlich sinkender Höhe, bevor sie ein geschätztes 200-m-Feld neben einem Industriegebäude auswählten.
- Heißer Anflug, volle Bremsklappen: Bei ca. 450 m MSL (ca. 95 m über Grund) leitete Pilot A eine durchgehende 270°-Rechtskurve in den Endanflug ein. Endanflug in Richtung Nord bei ca. 110 km/h IAS mit vollständig ausgefahrenen Bremsklappen in steilem Anflugwinkel.
- Harter Aufschlag vor dem Feld: Das Segelflugzeug traf den Boden ca. 90 m vor dem Ende des Landefeldes hart auf und kam 50 m weiter zum Stillstand. Schwere Schäden am vorderen Rumpfboden und am Bugfahrwerk. Vorderer Pilot unverletzt; hinterer Pilot schwer verletzt. SUST-Hauptursache: ungeeignete Anflugplanung.