Dart 15 überzieht in langsamer Tiefkurve am Hang und trudelt
Beim Hangflug in Sutton Bank verunglückte der Pilot eines Slingsby T.51 Dart 15 nach Kontrollverlust in geringer Höhe tödlich; das Segelflugzeug wurde zerstört. Bei nachlassendem Hangaufwind sank der Dart 15 über mehrere Hangpassagen ab; frühere Landemöglichkeiten auf dem Long Run blieben ungenutzt, und Luft-zu-Luft-Fotografie lenkte vermutlich vom schwindenden Höhenpolster ab. Knapp über dem Kamm und nahe der Überziehgeschwindigkeit drehte der Pilot vom Hang weg und dann nach rechts zum Platz zurück. Am inneren rechten Flügel kam es zuerst zum Strömungsabriss; der Dart 15 rollte ins Trudeln und schlug aus zu geringer Höhe im Hang auf.
- Hangflug am Heimatplatz: Der Pilot eines Slingsby T.51 Dart 15 absolvierte einen Hangflug in Sutton Bank im Rahmen einer Oldtimer-Veranstaltung. Nach dem Ausklinken aus dem Flugzeugschlepp blieb der Dart 15 nahe am Platz. Der Bodenwind kam aus West mit etwa 20 km/h; das Wetter war überwiegend gut.
- Wenig Hangflug- und Mustererfahrung: Der Pilot hatte rund 412 h Gesamterfahrung, davon nur 1 h 17 min auf dem Dart 15 in drei Flügen (zwei Mitte 2005, einer am Unfalltag). Das Flugbuch verzeichnete 17 Hangflüge in 10 Jahren, davon nur zwei (insgesamt 43 min) im Alleinflug; der Platzeinweisungsflug am Vortag war auf einem gutmütigeren zweisitzigen Schulungsmuster geflogen worden. Das Flughandbuch des Dart 15 warnt, dass in einer 30-Grad-Kurve bei 70-75 km/h zusätzliches Seitenruder den inneren Flügel absacken lässt und eine Steilspirale folgt.
- Hangaufwind ließ nach; Höhe sank ab: Windrichtung oder -stärke änderten sich vermutlich im Verlauf des Fluges leicht und reduzierten den Hangaufwind. Der Dart 15 verlor über mehrere Hangpassagen Höhe; Zeugen sahen ihn zunächst rund 30 bis 90 m über dem Kamm und mit jeder Passage tiefer. Auf der vorletzten Südpassage flog er entlang des sekundären Landefelds Long Run in rund 30 bis 45 m; auf der letzten Nordpassage war er weniger als rund 15 m über dem Kamm, nasenhochlastig und ungewöhnlich langsam.
- Luft-zu-Luft-Fotografie in Tiefpassagen: Die Digitalkamera des Piloten war beim Aufprall eingeschaltet. Zeitstempel zeigten 27 Aufnahmen während des Fluges, mehrere davon von anderen Segelflugzeugen, die in derselben Zeitspanne höher am Hang kreisten, in der Zeugen bereits über die Höhe des Unfall-Segelflugzeugs besorgt waren. Anhaltende Fotografie in den späten Passagen war eine plausible Ablenkungsquelle von der schwindenden Reserve.
- Tiefe, langsame Umkehrkurve zum Platz: Knapp über dem Hangkamm und mit minimaler Fluggeschwindigkeit drehte der Pilot zunächst nach links vom Hang weg - vermutlich um Abstand zum steilen Gelände zu gewinnen - und kehrte dann in eine Rechtskurve zurück zum Platz, offenbar als später Versuch, zur Bahn zurückzukehren statt sich für eine Außenlandung in die Felder im Tal zu entscheiden.
- Strömungsabriss rechts; Trudeln: Während sich die Rechtskurve aufbaute, kam es am inneren rechten Flügel zuerst zum Strömungsabriss. Der Dart 15 rollte rasch nach rechts, die Nase senkte sich und er ging in ein Trudeln oder eine Steilspirale über. Die Wiederherstellung der Strömung erfordert Nachdrücken; aus der verbleibenden Höhe war der Strömungsabriss nicht mehr abfangbar.
- Pilot tödlich verletzt; Totalverlust: Der Dart 15 prallte rund 15 m unterhalb des Kamms westlich des Platzes in Birken eines Steilhangs auf, mit der Rumpfnase nahezu senkrecht. Ein Ast durchschlug während der Aufprallsequenz die Haube; der Pilot wurde bewusstlos geborgen und starb 20 Tage später. Die technische Untersuchung fand keinen Versagen an Struktur oder Steuerung vor dem Aufprall und bestätigte, dass der Fahrtmesser normal arbeitete.