ASW 19 kippt nach steilem Steigflug im Windenstart über den Flügel ab

Koblenz-Winningen, Germany Alexander Schleicher ASW 19

Bei einem Windenstart in Koblenz-Winningen wurde der Pilot einer ASW 19 schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach kurzem Anrollen ging das Segelflugzeug in eine steile Steigfluglage über und kippte in 10-20 m AGL über den linken Flügel ab; der böige Seitenwind aus rechts wurde durch eine luvseitige Buschreihe verwirbelt. Die linke Flügelspitze berührte den Boden, die Rumpfspitze prallte auf die Asphaltbahn, und der Rumpf brach im Cockpit und am Leitwerksträger. Am Wrack wurden keine technischen Mängel gefunden; eine Ursache wurde nicht zugeordnet.

  1. Windenstart auf Graspiste: Eine ASW 19 startete in Koblenz-Winningen im Windenstart auf der 1 000 m langen Graspiste neben der Asphaltbahn 06/24 zum vierten Flug des Piloten am Tag. Der Pilot hatte ~484 h Gesamterfahrung mit ~18 h auf dem Muster.
  2. Böiger Seitenwind hinter Buschreihe: Der Bodenwind kam aus 330° mit ~11-19 km/h, böig, als ~90°-Seitenwind aus rechts und wurde durch eine Buschreihe luvseitig der Startstelle verwirbelt. Bewölkung 6/8 in ~1 500 m AGL, Sicht über 10 km, 23 °C.
  3. Loses Funkgerät und Trimmung: Der Halter hatte am Morgen am Funkgerät gearbeitet. Ein Foto nach dem Unfall zeigte das Funkgerät ~8 cm aus der Halterung gerutscht, der Sicherungsriegel war nicht geschlossen. Der Halter berichtete zudem, der Trimmhebel der ASW 19 neige dazu, sich aus der Kulisse zu lösen und in Richtung schwanzlastig zu schnappen.
  4. Steile Steigfluglage nach Anrollen: Zeugen sahen, wie das Segelflugzeug nach einer kurzen Rollstrecke eine steile Steigfluglage einnahm, während es noch in geringer Höhe unter Windenzug stand.
  5. Abkippen über Flügel in 10-20 m AGL: In 10-20 m AGL kippte das Segelflugzeug über die linke Tragfläche ab. Die Höhe reichte für keine Erholung vor dem Bodenkontakt aus.
  6. Flügelspitze und Rumpf auf Asphalt: Die linke Flügelspitze berührte 110 m hinter der Startstelle den nördlichen Rand der Asphaltpiste 24, die Nase schwenkte nach links. Die Rumpfspitze prallte 141 m von der Startstelle entfernt auf den südlichen Rand der Asphaltbahn; anschließend rutschte das Wrack noch 25 m drehend nach links in den Sicherheitsstreifen. Der Rumpf brach im Cockpitbereich und am Leitwerksträger, die linke Flügelspitze riss ab.
  7. Pilot schwer verletzt; zerstört: Der Pilot wurde schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Am Wrack wurden keine technischen Mängel festgestellt; eine Ursache wurde nicht zugeordnet.
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