ASK 21 berührt im Endanflug Bäume vor dem Platz bei böigem Wind

Kamp-Lintfort, Germany Alexander Schleicher ASK 21

Bei einer Baumberührung im Endanflug auf Kamp-Lintfort wurde der hinten sitzende Insasse einer ASK 21 schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde erheblich beschädigt. Nach einem Windenstart und rund zwölf Minuten örtlichem Segelflug bei böigem Ostwind von 22-33 km/h drehte der Doppelsitzer zur Landung ein und geriet im Endanflug in stärkeres Sinken. Etwa 100 m vor dem Platz berührte die rechte Tragfläche Bäume; das Segelflugzeug drehte sich um 180° und fiel auf die Abdeckung eines Swimmingpools, wobei ein Balken in den hinteren Cockpitbereich eindrang. Die Anflughöhe wurde bei den böigen Windverhältnissen falsch eingeschätzt.

  1. Windenstart und örtlicher Segelflug: Eine ASK 21 startete im Windenstart vom 600 m langen Grasplatz Kamp-Lintfort mit zwei Insassen in Richtung 070°. Nach dem Ausklinken flog der Doppelsitzer rund zwölf Minuten lang Kreise im südlichen Platzrundenbereich. Der verantwortliche Pilot verfügte über etwa 500 Gesamtstunden, zehn Stunden und 60 Landungen auf dem Muster sowie neun Flüge in den letzten 90 Tagen.
  2. Böiger Ostwind 22-33 km/h: Zeugen meldeten sehr böigen Wind aus 070-100° mit 22-33 km/h. Die hohen Mittelwindwerte und die starken Böen waren für einen Segelfluganflug sehr anspruchsvoll.
  3. Stärkeres Sinken im Endanflug: Beim Eindrehen zur Landung geriet der Pilot in stärker als erwartetes Sinken und konnte den geplanten Gleitpfad zum Flugplatz nicht halten.
  4. Tiefer Anflug aus Westen: Das Segelflugzeug näherte sich in geringer Höhe aus westlicher Richtung der Piste 07. Die Höhe über den Hindernissen zwischen Anfluglinie und Platzgrenze wurde bei den herrschenden Windverhältnissen falsch eingeschätzt.
  5. Rechte Fläche trifft Bäume: Etwa 100 m westlich der Platzgrenze berührte die rechte Tragfläche Bäume. Die Berührung erfolgte in geringer Höhe ohne Reserve, um die Flugbahn noch abzufangen.
  6. 180°-Drehung auf Pool-Abdeckung: Das Segelflugzeug drehte sich um etwa 180° um die Hochachse und fiel mit dem vorderen Rumpfbereich auf die Abdeckung eines Swimmingpools. Die Cockpitverglasung wurde zerstört, und ein Balken der Abdeckungskonstruktion drang in den hinteren Cockpitbereich ein.
  7. Hinterer Insasse schwer verletzt: Der hinten sitzende Insasse wurde schwer verletzt; der vorne sitzende Pilot blieb nach Aktenlage unverletzt. Das Segelflugzeug wurde erheblich beschädigt. Technische Mängel am Luftfahrzeug wurden nicht festgestellt. Als wahrscheinliche Ursache wurde eine Fehleinschätzung der Anflughöhe bei den böigen Windverhältnissen ermittelt, die zur Baumberührung kurz vor dem Flugplatz führte.
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