LS 8-18 alpiner CFIT nach zwei Rechtsvollkreisen; Ursache nicht ermittelt
Ein erfahrener Alpensegelflieger (3216 h, >2300 h auf dem Muster) startete in Bad Ragaz und nutzte Aufwinde an den Alpenkämmen. Letzte GPS-Minute: zwei Rechts-Vollkreise auf nahezu gleichbleibender Höhe (IAS ~86 km/h, ~10% über Überziehgeschwindigkeit). Dann kollidierte der rechte Winglet mit Felsen auf ~2680 m MSL; der Aussenflügel löste sich und das Wrack rutschte ~130 m einen Geröllhang hinunter. CAVOK; keine technischen Mängel; keine medizinische Beeinträchtigung. Wahrscheinlich CFIT im gesteuerten Flug; der Hergang konnte nicht ermittelt werden. Flugzeug zerstört, Pilot tödlich verletzt.
- Überlandflug ab Bad Ragaz: Schleppstart 12:17 Uhr ab Bad Ragaz (LSZE) Piste 30 für einen privaten Streckenflug ohne festgelegtes Ziel. Ausklinken auf 2.545 m AMSL nahe Vilan nach 11 Minuten. Aufwinde genutzt an Schesaplana, Sulzfluh und Madrisa in 2.400–2.900 m AMSL. CAVOK, Wind aus 240° mit 9 km/h, Sicht über 70 km. Rückgleit nach LSZE innerhalb der Reichweite.
- Sehr erfahrener Gebirgspilot: Pilot mit etwa 3.216 Stunden Gesamtflugerfahrung, davon über 2.300 Stunden auf der LS 8-18. Lizenz erworben 1996. Experte im alpinen Streckenflug; regelmäßige Starts ab Bad Ragaz. Letzter Doppelsitzunterricht: Februar 2017. Bereits 24 auf OLC veröffentlichte Flüge im Jahr 2017.
- Zwei Rechtsvollkreise, konst. Höhe: Ab 14:38 Uhr Kreisen in Thermik südwestlich des Pischahornkamms für etwa 10 Minuten (ca. 80 m Höhengewinn), beobachtet von einem Paraglider-Piloten. Weiterflug SSE. In der letzten Minute der GPS-Aufzeichnung zwei Rechtsvollkreise bei nahezu konstanter Höhe.
- IAS 10 % über Überziehgeschw.: In den 20 Sekunden vor dem letzten Datenpunkt um 14:50:08 Uhr betrug die angezeigte Fluggeschwindigkeit etwa 86 km/h — rund 10 % über der maßgeblichen Überziehgeschwindigkeit. Ein Strömungsabriss wurde als Szenario geprüft und als unwahrscheinlich eingestuft.
- Rechte Winglet trifft Felshang: Die rechte Winglet berührte felsiges Gelände bei etwa 2.680 m AMSL (geschätzt etwa 6 Sekunden nach dem letzten GPS-Datenpunkt). Die Trümmerverteilung deutet auf einen nahezu senkrechten Aufprall relativ zum Hang hin.
- Außenflügel ab; Wrack rutscht ab: Der rechte Außenflügel trennte sich beim Winglet-Aufprall vom Innenflügel. Das Hauptwrack kam auf einem Schuttfeld etwa 130 m tiefer (etwa 2.550 m AMSL) zum Liegen. Der Pilot wurde beim primären Aufprall im Cockpit tödlich verletzt; der Beckengurt öffnete sich während des 130 m langen Wracknachlaufs und schleuderte ihn aus dem Cockpit.
- Wahrsch. CFIT; Ursache unbekannt: Wahrscheinlich kontrollierter Flug in Terrain (CFIT) kurz nach dem letzten GPS-Datenpunkt. Keine technischen Defekte, keine medizinischen Beeinträchtigungen, kein Wetterfaktor. Die Untersuchung konnte nicht abschließend klären, wie es zum Zusammenstoß mit dem Gelände kam.