DG-100 trudelt zweimal beim Kreisen, zweites Trudeln aus 230 m AGL nicht beendet

Pluckerston Farm, Kirriemuir, Angus, United Kingdom DG Flugzeugbau DG-100

Der Pilot einer DG-100 wurde bei Drumshade tödlich verletzt; die DG-100 wurde zerstört. Auf dem ersten Schenkel eines 100-km-Überlandflugs kreiste der Pilot mit rund 72 km/h, knapp über der Mindestgeschwindigkeit von 67 km/h. Aus 470 m AGL trudelte die DG-100 nach rechts; nach zwei Umdrehungen und 150 m Höhenverlust fing der Pilot ab. Auf dem Rückflug blieben die Bremsklappen vermutlich zum Höhenabbau offen, die Fahrt sank auf 74 km/h. In 230 m AGL trudelte die DG-100 erneut nach rechts; die offenen Bremsklappen erhöhten die Mindestgeschwindigkeit, und das Trudeln wurde nicht mehr beendet.

  1. Windenstart, Kreisen bei Drumshade: Am 4. August 2012 um 11:15 UTC startete eine DG-100 im Windenstart von der östlichen Bahn des Segelfluggeländes Drumshade in Angus, Schottland. Auf dem ersten Schenkel eines geplanten 100-km-Überlandflugs (Voraussetzung für das Silberne Leistungsabzeichen, Dreieck Drumshade — Alyth — Fordoun — Drumshade) begann der Pilot östlich und dann nordöstlich des Platzes rechtsherum zu kreisen. Das mittlere Steigen lag bei rund 0,75 m/s. Das Wetter war gut, die Wolkenuntergrenze über 760 m, die Sicht über 10 km.
  2. Wenig Erfahrung, langsames Kreisen: Die gesamte Segelflugerfahrung lag bei rund 28 Stunden, davon 5 auf der DG-100 (im August zuvor erworben); 2 Stunden in den letzten 90 Tagen, 1 Stunde in den letzten 28 Tagen. Bronze-Leistungsabzeichen. Videoaufnahmen früherer Flüge und der aufgezeichnete Track dieses Fluges zeigten ein Kreisen mit einer mittleren Schräglage von etwa 21° und einer mittleren Fahrt von rund 72 km/h — nur wenige km/h über der dokumentierten 1g-Mindestgeschwindigkeit von etwa 67 km/h. Das ist in schwacher Thermik üblich, lässt aber kaum Reserve für ein Nachlassen der Fahrt in der Kurve.
  3. Erstes Trudeln aus Rechtskurve: Gegen 11:29 UTC kippte die DG-100 im Scheitelpunkt bei etwa 530 m MSL (~470 m AGL) mit einer Fahrt von rund 67 km/h und 18° Schräglage steil nach vorn über und ging in ein Trudeln nach rechts. Die Sinkrate erreichte etwa 20 m/s. Das Trudeln entwickelte sich aus geringer Fahrt in der Rechtskurve; ein vorbestehender technischer Defekt wurde nicht festgestellt.
  4. Pilot fängt nach 2 Umdrehungen ab: Innerhalb von rund sechs Sekunden brachte der Pilot das schnelle Sinken zum Stillstand und beendete das erste Trudeln nach etwa zwei Umdrehungen; der Segelflieger wurde bei rund 83 km/h stabilisiert. Der Höhenverlust bis zum Abfangen betrug rund 150 m, der Segelflieger befand sich danach in etwa 320 m AGL.
  5. Bremsklappen offen; 2. Trudeln aus 230 m: Die DG-100 flog danach rund 30 Sekunden nach Norden und begann eine flache Rechtskurve zurück Richtung Drumshade. Aus etwa 285 m AGL sank die DG-100 mit rund 3 m/s bei etwa 74 km/h. Die AAIB-Analyse (mit ergänzender Flugerprobung des Herstellers) zeigte, dass diese Kombination aus Sinkrate und Fahrt zum Profil mit ausgefahrenen Bremsklappen passt; vermutlich hatte der Pilot die Bremsklappen bewusst zum Höhenabbau gesetzt, womöglich nach dem verunsichernden ersten Trudeln. In rund 230 m AGL ging die DG-100 in der Kurve in den Horizontalflug über, die Fahrt lag weiterhin bei rund 74 km/h, dann ging der Segelflieger erneut in ein Trudeln nach rechts. Beim Aufprall waren beide Bremsklappen ausgefahren, der Bedienhebel war nach vorn verformt — ein Hinweis darauf, dass der Pilot vermutlich noch eine Hand am Hebel hatte. Ausgefahrene Bremsklappen erhöhen die Mindestgeschwindigkeit und vergrößern die zum Abfangen nötige Höhe.
  6. Trudeln nach rechts nicht beendet: Weiterhin im Trudeln nach rechts und mit steil nach vorn übergekippter Lage schlug die DG-100 in einem stehenden Gerstenfeld rund 0,9 km nördlich von Drumshade mit einer Sinkrate von etwa 23 m/s auf. Der Segelflieger wurde zerstört; der Pilot wurde tödlich verletzt. Die Untersuchung ergab keine vorbestehenden Mängel an Struktur, Steuerung oder Fahrtmesser. Eine Obduktion stellte eine hypertensive Herzerkrankung fest; Pathologe und AAIB hielten einen handlungsunfähig machenden Vorfall jedoch für unwahrscheinlich, da das erste Trudeln noch erfolgreich beendet worden war.
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