Cirrus: Strömungsabriss im Windenstart nach übersteilem Anstieg
Bei einem Windenstart in Bischofsberg verunglückte der Pilot eines Cirrus tödlich; das Segelflugzeug wurde zerstört. Kurz nach dem Abheben ging der Cirrus in eine sehr steile Steigfluglage über, rollte tief nach rechts und prallte fast senkrecht auf einen Acker; Flugzeit sechs Sekunden, Spitzenhöhe rund 21 m AGL. Der Pilot hatte erst fünf Windenstarts auf dem Muster; statt der Rückenlehne diente ein loses Styroporkissen. Die Winde bediente ein Anwärter ohne Ausbilder, der den Cirrus erstmals schleppte. Ursache war ein Strömungsabriss im übersteilen Anstieg; hohe Anschleppbeschleunigung und unzureichende Rückenabstützung trugen bei.
- Windenstart von Piste 26: Der Pilot startete im Windenschlepp mit einem Cirrus von der 900 m langen Graspiste 26 in Bischofsberg. An der Winde war ein sanftes Anschleppen vereinbart worden.
- Anwärter ohne Ausbilder an Winde: Die Winde bediente ein Anwärter mit Ausbildungsgenehmigung und 78 Windenstarts aus 17 Ausbildungstagen; den Cirrus schleppte er erstmals, entgegen der Vorschrift ohne Ausbilder an der Winde.
- Styroporkissen als Rückenlehne: Anstelle einer nachgerüsteten Rückenlehne, die sich bei vorigen Windenstarts auf dem Muster als unbefriedigend erwiesen hatte, lag ein loses Styroporkissen als Rückenstütze in der Sitzwanne.
- Übersteiler Anstieg nach Abheben: Zeugen beschrieben das Anschleppen als zu schnell und den Übergang in die volle Steigfluglage als abrupt. Der Cirrus stieg mit zunehmender Querneigung bei sehr großem Steigwinkel.
- Strömungsabriss, Rollen nach rechts: In geringer Höhe drehte der Cirrus aus der Steigfluglage nach rechts und ging in eine fast senkrechte Sturzlage über; der Schreiber zeichnete sechs Sekunden und ~21 m Spitzenhöhe auf.
- Pilot tödlich verletzt; Cirrus zerstört: Der Cirrus prallte rund 50 m rechts der Piste 26 auf, zuerst mit Nase und linker Fläche; der Kabinenbereich brach auseinander, der Pilot wurde tödlich verletzt.