Cirrus: Strömungsabriss im Windenstart nach übersteilem Anstieg

Bischofsberg, Germany Schempp-Hirth Cirrus

Bei einem Windenstart in Bischofsberg verunglückte der Pilot eines Cirrus tödlich; das Segelflugzeug wurde zerstört. Kurz nach dem Abheben ging der Cirrus in eine sehr steile Steigfluglage über, rollte tief nach rechts und prallte fast senkrecht auf einen Acker; Flugzeit sechs Sekunden, Spitzenhöhe rund 21 m AGL. Der Pilot hatte erst fünf Windenstarts auf dem Muster; statt der Rückenlehne diente ein loses Styroporkissen. Die Winde bediente ein Anwärter ohne Ausbilder, der den Cirrus erstmals schleppte. Ursache war ein Strömungsabriss im übersteilen Anstieg; hohe Anschleppbeschleunigung und unzureichende Rückenabstützung trugen bei.

  1. Windenstart von Piste 26: Der Pilot startete im Windenschlepp mit einem Cirrus von der 900 m langen Graspiste 26 in Bischofsberg. An der Winde war ein sanftes Anschleppen vereinbart worden.
  2. Anwärter ohne Ausbilder an Winde: Die Winde bediente ein Anwärter mit Ausbildungsgenehmigung und 78 Windenstarts aus 17 Ausbildungstagen; den Cirrus schleppte er erstmals, und entgegen der vorgeschriebenen Aufsicht war kein Ausbilder an der Winde.
  3. Styroporkissen als Rückenlehne: Anstelle einer nachgerüsteten Rückenlehne, die sich bei vorigen Windenstarts auf dem Muster als unbefriedigend erwiesen hatte, lag ein loses Styroporkissen als Rückenstütze in der Sitzwanne.
  4. Übersteiler Anstieg nach Abheben: Zeugen beschrieben das Anschleppen als zu schnell und den Übergang in die volle Steigfluglage als abrupt. Der Cirrus stieg in geringer Höhe mit zunehmender Querneigung bei sehr großem Steigwinkel.
  5. Strömungsabriss, Rollen nach rechts: In geringer Höhe drehte der Cirrus aus der steilen Steigfluglage um Längs- und Hochachse nach rechts und ging in eine fast senkrechte Sturzfluglage über. Der Flugdatenschreiber zeichnete sechs Sekunden Flugzeit und eine Spitzenhöhe von rund 21 m AGL auf.
  6. Pilot tödlich verletzt; Cirrus zerstört: Der Cirrus prallte rund 50 m rechts der Piste 26 und etwa 180 m vom Startpunkt entfernt auf einem Acker auf, zuerst mit Nase und linker Tragfläche; der Kabinenbereich brach beim Aufprall auseinander, und der Pilot wurde tödlich verletzt. Ursache war ein Strömungsabriss im übersteilen Anstieg; hohe Anschleppbeschleunigung und unzureichende Rückenabstützung durch das lose Kissen trugen bei.
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