Astir CS springt bei Landung; zweite Bodenberührung blockiert Höhenruder
Beim Landeanflug in Hamm verunglückte der Flugschüler eines Astir CS tödlich; das Segelflugzeug wurde zerstört. Auf der dritten Alleinplatzrunde des Tages erfolgte der Endanflug zu schnell. Der Astir setzte mit gesenktem Bug auf, sprang erneut hoch und verlor im Steigflug Fahrt. Bei der zweiten Bodenberührung drückte das Fahrwerk in den Rumpf und verbog das Höhenrudergestänge nach oben; das Höhenruder klemmte voll gezogen. Der Astir bäumte sich steil auf, kippte über die rechte Tragfläche ab und schlug nahezu senkrecht mit dem Bug auf die Piste. Ursachen waren die erhöhte Anfluggeschwindigkeit und eine ungeeignete Reaktion auf das Springen.
- Dritte Alleinplatzrunde des Tages: Der Flugschüler startete im Alleinflug mit einem Astir CS Jeans zu einer Platzrunde von Piste 24 des Sonderlandeplatzes Hamm-Lippewiesen; zwei weitere Alleinplatzrunden hatte er im Tagesverlauf bereits geflogen.
- Flugschüler früh in Ausbildung: Der Flugschüler hatte im Vormonat die DAeC-interne Segelflug-C-Prüfung abgelegt und besaß etwa 30 Std. Gesamterfahrung bei 135 Starts; auf dem Astir CS Jeans waren es rund 4 Std. bei 35 Starts. Nach dem Flugauftrag beobachtete der Fluglehrer die Platzrunde nicht.
- Endanflug mit erhöhter Geschwindigkeit: Zeugen am Flugplatz beschrieben die Anfluggeschwindigkeit als etwas erhöht. Der Astir CS überflog die Schwelle der 900 m langen Graspiste 24 mit für das Muster ungewöhnlicher Energie.
- Aufsetzen mit gesenktem Bug, Springen: Im ersten Drittel der Bahn setzte das Segelflugzeug mit etwa 20° gesenktem Bug kurz auf, drehte um die Querachse und sprang erneut in die Luft; im kurzen Steigflug nahm der Anstellwinkel zu und die Geschwindigkeit ab.
- 2. Bodenberührung blockiert Höhenruder: Bei der zweiten Bodenberührung rund 256 m hinter der Schwelle drückte das Fahrwerk nach innen in den Rumpf und verbog das Höhenrudergestänge nach oben; das Höhenruder geriet in volle Zugstellung und ließ sich nicht mehr bewegen.
- Unbeherrschbares steiles Aufbäumen: Der Astir bäumte sich erneut mit etwa 40° Längsneigung auf, verlor weiter Fahrt, kippte über die rechte Tragfläche ab und ging in eine fast senkrechte Lage über.
- Pilot tödlich verletzt; Astir zerstört: Der Astir prallte rund 379 m hinter der Schwelle nahezu senkrecht mit dem Rumpfbug auf die Piste und kam in Rückenlage zum Liegen; der vordere Rumpf wurde zerstört und der Flugschüler tödlich verletzt. Ursachen waren die erhöhte Anfluggeschwindigkeit und eine ungeeignete Reaktion auf das einsetzende Springen.