Ventus 2c in aktivem Flugbeschränkungsgebiet während Flugshow; F-5E Beinahe-Kollision
Ein deutscher Ventus-2c-Pilot flog um 12:14 UTC in das aktive Flugbeschränkungsgebiet um Fricktal-Schupfart ein, wegen der Patrouille-Suisse-Vorführung eingerichtet. NOTAM und DABS hatte er nicht konsultiert, seine Position meldete er nicht. Um 12:33 UTC über Zeiningen: gefährliche Annäherung mit einer F-5E in hochgezogener Rechtskurve — ~40 m vertikal, ~100 m horizontal. Nur Flarm, kein Transponder — für die militärische Einsatzzentrale war das Segelflugzeug unsichtbar. Der Verbandsführer sichtete es erst im Scheitel; bei rund 7-mal höherer Geschwindigkeit der F-5E war Ausweichen nicht mehr möglich. Keine Verletzten, kein Schaden.
- Ventus 2c XC in die Schweiz: Der Ventus startete um 10:12 UTC in Winzeln-Schramberg (EDTW) im Aeroschleppstart; er trat bei Bad Säckingen um etwa 11:25 UTC auf 1.520 m AMSL in den Schweizer Luftraum ein und flog am 11:28 UTC an der Ostseite von LSZI auf 1.340 m vorbei, nachdem der Turm dem Piloten eine Landung verweigert hatte. Anschließend nutzte er Aufwinde im Schwarzwald und Jura.
- Flugshow-Sperrgebiet aktiviert: Das temporäre Gebiet mit Flugbeschränkung W1230/18 war von 12:00–13:15 UTC aktiv: Radius 13 km um LSZI, von Boden bis 2.000 m AMSL, eingerichtet für die 50-Jahr-Flugshow Fricktal-Schupfart und die Vorführung der Patrouille Suisse. Das Gebiet war per NOTAM und DABS veröffentlicht.
- Pilot ohne Kenntnis der Sperrung: Der Pilot hatte bei der Flugvorbereitung weder das NOTAM noch das DABS eingesehen. Durch seinen Funkruf um 11:28 UTC wusste er, dass eine Veranstaltung stattfand; er wählte eine Route westlich des Flugplatzes, ohne jedoch zu erkennen, dass ein Sperrgebiet aktiv war.
- Kein Transponder, keine Meldung: Der Ventus 2c war nur mit FLARM ausgestattet, ohne Transponder. Der Pilot meldete sich beim erneuten Einflug in den Bereich nicht auf der LSZI-Frequenz 119,555 MHz. Die militärische Überwachung konnte die Maschine weder orten noch warnen; die Platzkontrolle konnte den Patrouille-Suisse-Führer nicht rechtzeitig informieren.
- Eintritt in das Sperrgebiet: Um 12:14:15 UTC trat der Segler bei 1.582 m AMSL in das aktive Sperrgebiet W1230/18 ein und kreiste dabei etwa 7 km westsüdwestlich von LSZI in Aufwinden.
- Annäherung ca. 40 m vertikal: Um 12:33:00 UTC über Zeiningen auf 1.440 m AMSL sichtete der Patrouille-Suisse-Führer (im Hochziehen einer Rechtskurve in die „Sphair“-Formation) den Segler oben links am Scheitelpunkt seiner Kurve – zu spät für ein Ausweichmanöver im Verband. Geringster Abstand: etwa 40 m vertikal und etwa 100 m horizontal; photogrammetrische Analyse gibt einen Referenz-Abstand von rund 25 m zwischen dem rechten Flügelende des Seglers und dem Heck des F-5E Nr. 5 an. Der Seglerpilot hörte Düsentriebwerke und sah die Formation im Vorbeiflug; bei der etwa 7-fachen Annäherungsgeschwindigkeit des Verbands wäre ein wirksames Ausweichen auch bei früherer Sichtung nicht möglich gewesen.
- Keine Kollision, kein Schaden: Beide Luftfahrzeuge setzten den Flug sicher fort. Der Ventus 2c wich um 12:55:59 UTC nach Hütten-Hotzenwald (ESDS) aus, nachdem keine weiteren Aufwinde gefunden wurden. Die Patrouille Suisse beendete das Programm und kehrte nach Emmen zurück. Der Zwischenfall wurde als ICAO-Kategorie A (ernstes Kollisionsrisiko) eingestuft. Die SUST schloss die Untersuchung gemäß VSZV Art. 45 ab – weitere Sicherheitserkenntnisse waren nicht zu erwarten.