Höhenruder nicht angeschlossen: PIK 20 D klinkt im F-Schlepp aus
Im Flugzeugschlepp wurde der Pilot einer PIK 20 D schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde schwer beschädigt. Kurz nach dem Abheben reagierte das Höhenruder nicht; als die Längsneigung zunahm, klinkte der Pilot aus etwa 30 m AGL das Schleppseil aus. Die PIK 20 D ging in einen Bahnneigungsflug von rund 35° über und schlug rund 744 m hinter der Schwelle der Piste 22 auf; die Bremsklappen wurden kurz ausgefahren und vor dem Aufprall wieder eingefahren. Beim Aufrüsten hatte der Pilot die Montage allein fortgesetzt und den Hotellier-Verschluss des Höhenruders nicht geschlossen; eine Voll-und-frei-Prüfung fand nicht statt.
- F-Schlepp-Start, Piste 22: Um 14:22 Uhr startete eine einsitzige PIK 20 D auf der Piste 22 des Flugplatzes Purkshof (EDCX) im Flugzeugschlepp hinter einer Robin DR 400/180 R zu einem lokalen Flug. Wind aus 280° mit 13 km/h, Sicht über 10 km. Der Pilot besaß eine Segelfluglizenz mit Berechtigungen für Winden- und Flugzeugschleppstart und verfügte über rund 763 Stunden Gesamterfahrung (etwa 160 Stunden auf PIK 20).
- Pilot rüstete allein zu Ende auf: Etwa drei Stunden vor dem Start hatte der Pilot das Segelflugzeug mit zwei Helfern aufzurüsten begonnen; nach der Tragflächenmontage verließen ihn die Helfer. Der Pilot setzte die Montage allein fort — schloss die Ruder an und klebte die Anschlussstellen ab — und übersah dabei nach eigener Aussage den Anschluss des Höhenruders.
- Voll-und-frei-Prüfung unterblieb: Eine Voll-und-frei-Prüfung der Steuerung mit einem Helfer fand vor dem Start nicht statt. Der offene Hotellier-Verschluss am Höhenruder blieb dadurch unbemerkt.
- Höhenruder reagiert nicht: Kurz nach dem Abheben bemerkte der Pilot, dass das Höhenruder nicht auf Steuereingaben reagierte. Zeugen beobachteten, wie die Längsneigung des geschleppten Segelflugzeugs während des Schleppstiegs zunehmend steiler wurde.
- Ausklinken aus etwa 30 m AGL: In etwa 30 m AGL klinkte der Pilot das Schleppseil aus. Nach dem Trennen vom Schleppflugzeug ging das Segelflugzeug in einen Bahnneigungsflug von rund 35° unter dem Horizont über.
- Bremsklappen kurz ausgefahren: Während des Sinkflugs fuhr der Pilot die Bremsklappen aus und kurz vor dem Aufprall wieder ein. Ohne wirksames Höhenruder konnte der Bahnwinkel nicht abgefangen werden.
- Aufprall 744 m hinter der Schwelle: Die PIK 20 D prallte mit dem Rumpfvorderteil etwa 744 m hinter der Schwelle am linken Rand der Piste 22 auf; die Haube löste sich, die linke Fahrwerksklappe wurde abgetrennt, und das Segelflugzeug rutschte weitere rund 60 m. Die Rumpfschale war im Cockpitbereich mehrfach gebrochen und delaminiert. Der Pilot wurde schwer verletzt und durch die Rettungskräfte geborgen; das Segelflugzeug wurde schwer beschädigt. Die Untersuchung wurde nach § 18 FlUUG summarisch abgeschlossen.