Windenseil löst sich nicht, Kappvorrichtung versagt: ASW 19 wird zu Boden gerissen
Nach einem missglückten Windenstart in Kirn blieb der Pilot einer ASW 19 unverletzt; das Segelflugzeug wurde schwer beschädigt. Am Ausklinkpunkt löste sich das Windenseil nicht: das Doppelringpaar war neben der Kupplungsöffnung verhakt — bei optischer Kontrolle erkennbar. Auch die Kappvorrichtung versagte; Mängel an der Seilkappanlage waren Monate zuvor bei einer Nachprüfung dokumentiert. Der Pilot versuchte, nahe der Winde zu bleiben, um das Seil schlaff zu halten. Beim niedrigen Anflug verfing sich das Seil in einer Buschgruppe und riss die ASW 19 aus etwa 5 m zu Boden; die Rumpfröhre brach vor dem Leitwerk.
- Windenstart von Piste 14: Eine einsitzige ASW 19 begann einen Windenstart von Piste 14 in Kirn; Zeugen beobachteten einen normalen Ablauf bis zur Ausklinkhöhe, ohne weitere beteiligte Luftfahrzeuge.
- Ringpaar neben Kupplung verhakt: Das Doppelringpaar war in einem Spalt neben der Kupplungsöffnung verhakt, eine bei einer Sichtkontrolle vor dem Start erkennbare Fehlverbindung, die das normale Auslösen verhinderte.
- Windenseil löst sich nicht: Beim Erreichen der Ausklinkhöhe beendete der Windenfahrer den Schleppvorgang, doch das Seil löste sich nicht; der Pilot forderte per Funk, das Seil zu kappen.
- Kappvorrichtung versagt: Der Windenfahrer betätigte die Kappvorrichtung, doch sie durchtrennte das Windenseil nicht; dem Piloten wurde über Funk mitgeteilt, dass ein Kappen des Seils nicht möglich sei.
- Seil im Busch, aus 5 m zu Boden: Da sich das Seil nicht löste, versuchte der Pilot, nahe der Winde zu bleiben; beim tiefen Rückanflug verfing sich das Seil in Büschen nahe dem Pistenende und riss das Flugzeug aus etwa 5 m zu Boden.
- Rumpfröhre bricht, Pilot unverletzt: Beim Aufprall brach die Rumpfröhre kurz vor dem Leitwerk; der Pilot blieb unverletzt. Beim anschließenden Ausrollen löste sich das Windenseil von selbst aus der Schleppkupplung.