ASK 13 fängt im Endanflug auf Piste 20 das Windenseil eines Gegenstarts

Eschwege-Stauffenbühl, Germany Alexander Schleicher ASK 13

Zwei Insassen einer ASK 13 wurden in Eschwege-Stauffenbühl schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde erheblich beschädigt. Wegen der bergauf verlaufenden Bahn wird dort gegenläufig betrieben: Windenstart auf Piste 02, Landung auf Piste 20. Die ASK 13 war im Endanflug, als ein weiterer Segler an der Winde auf Piste 02 startete. In rund 50 m blieb die rechte Tragfläche am Windenseil hängen; das Seil schnitt den Flügel bis zum Holm durch und riss ihn ab. Die ASK 13 stürzte ins Gebüsch am Platzrand; auch die linke Tragfläche brach. Der Platz wurde ohne Flugleiter betrieben, entgegen einer 2010 abgelaufenen Befreiung.

  1. Rundflug, dann Anflug Piste 20: Gegen 14:05 Uhr Ortszeit startete der Pilot eine ASK 13 mit einem Fluggast an Bord auf der Piste 02 des Segelfluggeländes Eschwege-Stauffenbühl an der Winde zu einem Rundflug. Die 900 m lange Graspiste 020°/200° steigt im südlichen Teil an; entsprechend wird, wenn der Wind es zulässt, bergab nach Norden gestartet und in umgekehrter Richtung bergauf gelandet. Nach etwa zehn Minuten kehrte der Pilot zur Landung auf Piste 20 zurück.
  2. Gegenläufiger Betrieb (Hanglage): Wegen des Höhenunterschieds auf der Bahn sind gleichzeitige Windenstarts auf Piste 02 und Landungen auf Piste 20 am Platz der Regelbetrieb. Während sich die ASK 13 im Anflug befand, begann ein weiteres Segelflugzeug einen Windenstart von Piste 02 in der Gegenrichtung.
  3. Kein Flugleiter, Befreiung abgelaufen: Zum Unfallzeitpunkt wurde am Platz ohne Flugleiter geflogen. Die Befreiung vom Flugleiter war am 31. Dezember 2010 abgelaufen und hatte Windenstarts ohnehin ausdrücklich vom Geltungsbereich ausgenommen.
  4. Flügel fängt Seil in rund 50 m: Im Endanflug auf Piste 20 blieb die ASK 13 in etwa 50 m über Grund mit der rechten Tragfläche am Windenseil des zweiten Segelflugzeugs hängen, das kurz zuvor bereits ausgeklinkt hatte. Zeugen sahen den Flügel für einen Moment am Seil hängen.
  5. Seil schneidet bis in den Holm: Das Windenseil durchtrennte die rechte Tragfläche etwa in der Mitte des Querruders bis in den Holm; der Flügel brach an dieser Stelle ab. Die Bremsklappen waren halb ausgefahren.
  6. Sturz ins Gebüsch, beide schwer verletzt: Das Segelflugzeug stürzte rund 170 m von der Winde entfernt zu Boden und rutschte in ein Gebüsch am westlichen Rand des Fluggeländes; die Endlage lag etwa 140 m von der Schwelle der Piste 20. Die linke Tragfläche brach 1,5 m von der Wurzel ab und war um etwa 90° verdreht. Das Cockpit war bis zum hinteren Sitz zerstört, Leitwerksträger und Leitwerk verfingen sich im Buschwerk. Die Steuerung war intakt, technische Mängel wurden nicht festgestellt. Pilot und Fluggast wurden schwer verletzt.
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