ASW 28-18E mit ausgefahrenem Klapptriebwerk trifft Freileitung bei Außenlandung

Wagenbühl, Germany Alexander Schleicher ASW-28-18E

Der Pilot einer ASW 28-18E wurde bei einer Außenlandung nahe Wagenbühl schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach Schleppstart ab Agathazell ließ er bei nachlassender Thermik den Wasserballast ab und setzte das Klapptriebwerk zweimal ein, ohne das Gebiet verlassen zu können. Er entschloss sich zur Außenlandung. Nach dem Abstellen ließ sich der Propeller nicht fixieren und das Triebwerk nicht einfahren; der Bowdenzug war aus dem Kloben gerutscht. Im Anflug berührte die ASW 28-18E eine Freileitung und stürzte zu Boden.

  1. Schlepp ab Agathazell ~12 Uhr: Gegen 12:00 Uhr Ortszeit startete der Pilot mit einer ASW 28-18E (Solo 2350, 18 m Spannweite) im Flugzeugschlepp vom Flugplatz Agathazell zu einem Überlandflug. Er war Inhaber einer GPL mit etwa 150 Flugstunden Gesamterfahrung und rund 28 Stunden auf neun Flügen auf dem Muster, davon vier in den letzten 90 Tagen. Der Wind war sehr böig mit 15-20 kt; CAVOK.
  2. Thermik lässt nach, zwei TW-Läufe: Im Verlauf des Fluges verschlechterten sich die thermischen Bedingungen. Bei Biberach ließ der Pilot den Wasserballast ab. Anschließend setzte er das Klapptriebwerk etwa zehn Minuten bei Leutkirch ein und nach weiterem Segelflug in den Raum Blender erneut für rund fünfzehn Minuten — die Region Blender konnte er jedoch nicht mehr verlassen.
  3. Propeller nicht fixierbar: Nach dem Abstellen des Triebwerks ließ sich der Propeller nicht in der senkrechten Parkposition fixieren, sodass das Klapptriebwerk nicht eingefahren werden konnte. Die Untersuchung ergab, dass der Propellerstopper-Bowdenzug aus dem Kloben gerutscht und nicht funktionstüchtig war.
  4. Entschluss zur Außenlandung: Mit ausgefahrenem Klapptriebwerk und ohne Möglichkeit, die Region zu verlassen, entschloss sich der Pilot zur Außenlandung auf einem zuvor gewählten Feld nahe Wagenbühl.
  5. Berührung mit 8-m-Freileitung: Im Anflug auf das Feld nördlich von Wagenbühl an der Verbindungsstraße nach Maser musste eine parallel zur Straße verlaufende Freileitung mit einer Masthöhe von 8,20 m überflogen werden. Dabei kam es zur Hindernisberührung mit der Leitung.
  6. Absturz neben der Leitung: Nach dem Kontakt mit der Freileitung prallte das Segelflugzeug westlich der Leitung auf den Boden. Das Wrack lag auf der linken Seite mit abgedrehtem Rumpf, beide Tragflächen waren abgetrennt, das Höhenleitwerk abgerissen und das Triebwerk noch ausgefahren. Der Cockpitbereich war nur gering beschädigt; es entstand kein Brand. Der Pilot konnte das Luftfahrzeug schwer verletzt eigenständig verlassen.
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