Automatisches Ausklinken aus 30 m im Windenstart: G 103 schlägt hart auf
Beide Insassen eines G 103 C "Twin III ACRO" wurden beim Windenstart in Erbach schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde erheblich beschädigt. Kurz nach dem Abheben von Piste 03 ließ der Seilzug nach, das Schleppseil bildete starken Durchhang, und in rund 30 m AGL klinkte das Seil automatisch aus der Schleppkupplung. Der Fluglehrer reduzierte den Steigwinkel, doch die G 103 setzte 245–270 m vom Startpunkt hart auf. Die Rumpfröhre brach etwa 15 cm vor dem Leitwerk.
- Windenstart 03, ca. 12:15 Uhr: Gegen 12:15 Uhr Ortszeit begannen ein Fluglehrer und ein Flugschüler am 16. Juni 2014 in einem Grob G 103 C ‚Twin III ACRO‘ einen Windenstart von der Piste 03 des Sonderlandeplatzes Erbach (EDNE), einer 760×20 m großen Segelflugbahn auf 1.558 ft AMSL. Der Wind kam aus 040° mit 7–10 kt; CAVOK. Der Fluglehrer besaß eine Segelflug-Lehrberechtigung mit 385 Flugstunden Gesamterfahrung, 257 Stunden auf 528 Flügen auf dem Muster sowie 17 Flügen in den letzten 90 Tagen.
- Seilzug lässt nach, Durchhang: Kurz nach dem Abheben beobachteten Zeugen, wie der Seilzug deutlich nachließ. Entlang des Schleppseiles bildete sich ein starker Durchhang.
- Fluglehrer reduziert Steigwinkel: Der Fluglehrer bemerkte den nachlassenden Seilzug und reduzierte daraufhin den Steigwinkel des Segelflugzeuges.
- Automatisches Ausklinken auf 30 m: Bei starkem Seildurchhang klinkte das Schleppseil in etwa 30 m Höhe über Grund automatisch aus der Schleppkupplung aus und beendete den Startvorgang.
- Harte Landung 245–270 m vom Start: Nach dem Startabbruch setzte das Segelflugzeug hart auf der Schleppstrecke auf. Die erste Spornspur fand sich 245 m vom Startpunkt entfernt, und das Luftfahrzeug kam etwa 270 m vom Startpunkt zum Stillstand.
- Rumpfröhre bricht vor Leitwerk: Die Rumpfröhre brach etwa 15 cm vor dem Leitwerk; Seitenruder und Höhenleitwerk wurden ebenfalls beschädigt. Es entstand kein Brand. Beide Insassen wurden schwer verletzt.