Ka 8 B und UL kollidieren bei gleichzeitigen Anflügen auf Parallelpisten

Koblenz-Winningen, Germany Roland Aircraft Z 602 XL Alexander Schleicher Ka 8 B

Eine Ka 8 B und eine Z 602 XL kollidierten in Koblenz-Winningen im Endanflug auf parallele Bahnen; die drei Insassen wurden leicht verletzt, beide Luftfahrzeuge wurden zerstört. Die Ka 8 B flog im Windenstart-Übungsflug und ging an der Position höher ab, um Seitengleitflüge zu üben; gemeldet wurde nur ein knappes "Position". Als der Pilot in 150 m einen Linksslip einleitete, drehte das UL mit 30°–45° Querneigung ein und traf die Ka 8 B von rechts oben. Die Wracks verkeilten sich rechtwinklig und stürzten in eine Obstwiese. Laut AIP sind gleichzeitige Anflüge auf die Parallelbahnen unzulässig; nur die Ka 8 B trug FLARM.

  1. Mischbetrieb Motor und Segelflug: Der Verkehrslandeplatz Koblenz-Winningen (EDRK) verfügt über eine 1 175 m lange Asphaltbahn (06/24) und unmittelbar nördlich davon eine ebenso lange Segelflug-Grasbahn für Winden- und Flugzeugschlepp. Neben der Segelflugplatzrunde bestehen zwei Motorflug-Platzrunden im Norden und Süden. Gegen 15:54 Uhr Ortszeit war am 7. September 2014 die Südplatzrunde zur Piste 24 in Betrieb. Das UL flog die Südplatzrunde an, die Ka 8 B war um 15:45 Uhr an der Winde zu einem Übungsflug in der Segelflugplatzrunde gestartet.
  2. AIP verbietet Parallelanflüge: Laut AIP sind gleichzeitige Anflüge auf die Asphaltbahn und die parallele Grasbahn unzulässig, weil der seitliche Abstand für unabhängigen Flugbetrieb zu gering ist. Zum Unfallzeitpunkt befanden sich dennoch beide Luftfahrzeuge im Anflug auf die Piste 24.
  3. Funklücke, keine Segelflug-Info: Beim Erstanruf des UL etwa zwölf Minuten vor Erreichen des Platzes wies der Flugleiter nicht auf den laufenden Segelflugbetrieb hin – ein Hinweis, den die BFU als notwendig erachtet, um anfliegende Motorpiloten auf den Mischbetrieb einzustellen. Der Segelflugpilot meldete nur das ortsübliche knappe „Position“, das im Mischbetrieb in der Regel nicht genügt, um Motorpiloten ein klares Bild der Verkehrslage zu vermitteln. Zusätzlich war die Sende- bzw. Empfangsleistung eines oder mehrerer Funkgeräte mangelhaft; der Funkverkehr wurde nicht aufgezeichnet.
  4. Höher für Seitengleitflug-Übung: Um im Endanflug genug Höhe für mehrere Seitengleitflüge zu haben, ging der Segelflugpilot höher als üblich an der Position ab und verlängerte den Gegenanflug bis querab des Sportplatzes von Koblenz-Güls. Das ist die maximal übliche Ausdehnung des örtlichen Segelflugkreises, liegt aber deutlich außerhalb der in der AIP dargestellten Segelflugplatzrunde. Aus dem zu erwartenden Anflugsektor des UL befand sich die Ka 8 B damit dort, wo ein anfliegender Motorpilot keinen Segelflieger vermuten würde.
  5. Slip links, UL dreht links ein: Rund zwei Sekunden nachdem die Ka 8 B in etwa 150 m Höhe mit voll ausgefahrenen Klappen in einen Linksslip ging, drehte die Z 602 XL mit 30 bis 45° Querneigung nach links in den Endanflug der Piste 24 ein. Aus dem Cockpit der Ka 8 B lag das UL unter der Horizontlinie und war durch die Slip-Lage teilweise verdeckt; aus dem Cockpit des UL stand die Ka 8 B rechts und etwas über dem UL, doch die Aufmerksamkeit des Piloten war nach vorne und auf die Nordplatzrunde gerichtet. Keiner sah den anderen vor dem Aufprall.
  6. UL trifft Ka 8 B von rechts oben: Das UL traf die Ka 8 B von rechts oben; der UL-Pilot berichtete, kurz vor dem Aufprall „eine Art Schatten von rechts oben“ wahrgenommen zu haben. Der Segelflugpilot bemerkte einen dumpfen Knall, gefolgt von einem lauteren zweiten Schlag. Das obere Bugradsegment der Z 602 XL verkeilte sich im Rumpfgestänge der Ka 8 B, beide Luftfahrzeuge blieben in einem Winkel von annähernd 90° ineinander hängen. Der UL-Pilot löste das Junkers Magnum SP Rettungsgerät aus; nach seinem Eindruck öffnete sich der Schirm jedoch nicht vollständig.
  7. Verkeilt in eine Obstwiese gestürzt: Ineinander verkeilt sanken beide Luftfahrzeuge ab und kamen rund 600 m nordöstlich des Platzes in einer Obstwiese zur Ruhe, in 460 ft AMSL und damit etwa 260 ft unter dem Platzniveau. Beide Luftfahrzeuge wurden zerstört. Der Segelflugpilot sowie Pilot und Fluggast des UL wurden leicht verletzt. Die Ka 8 B war mit einem Kollisionswarngerät ausgestattet, die Z 602 XL nicht. Die BFU stellt fest, dass es bei beidseitiger Ausstattung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zur Kollision gekommen wäre.
Loading incidents...
Select Incident
Select Report
Filter
0/0
Incident year
1997 2024
Sort By
Search
0/0
Preferences
Save preferences locally
Enable map view
Language
Theme
About

gliderincidents.com gathers and lists soaring incident reports from official sources. The sources are indicated and linked. These reports are amended by summaries, metadata and translations, some of which have been generated utilizing machine learning (AI). You shouldn't trust the information provided here blindly, and consider reading the official incident report as a fact-check.

OR AND
Flight Phase
Circumstance
Severity Levels
Countries

Please describe what information is incorrect or needs review:

Bookmarked