Falcon 2000 passiert Segelflugzeug mit 500 m Abstand auf gleicher Höhe
Bei einer Annäherung im IFR-Sinkflug nach Paderborn-Lippstadt blieben die Insassen einer Dassault Falcon 2000 und eines unbekannten Segelflugzeugs unverletzt; es entstand kein Schaden. Die Falcon befand sich nach Freigabe von Langen Radar im Sinkflug auf 1.525 m AMSL im Luftraum E; gegen 14:31 Uhr sichteten beide Piloten das Segelflugzeug auf Gegenkurs in etwa 1.000 m Entfernung. Es flog ohne aktivierten Transponder und war auf zivilem wie militärischem Radar nicht durchgehend erkennbar; es blieb unbekannt. Die Falcon passierte das Segelflugzeug auf gleicher Höhe in rund 500 m seitlichem Abstand.
- IFR-Sinkflug Richtung Paderborn: Am 18. April 2015 befand sich eine Dassault Falcon 2000 eines deutschen Betreibers auf einem IFR-Flug von München nach Paderborn-Lippstadt mit zwei Besatzungsmitgliedern und vier Passagieren. Nach gestaffelten Sinkfreigaben von Langen Radar (Passieren FL93 um 14:27:28 Uhr, dann Freigabe FL70, anschließend 1.525 m AMSL um 14:28:18 Uhr) sank die Falcon im Luftraum E. Das METAR Paderborn-Lippstadt meldete CAVOK bei einer Bodensicht von 10 km oder mehr.
- Segelflugzeug VFR ohne Transponder: Ein unbekanntes Segelflugzeug flog VFR im selben Luftraum ohne aktivierten Transponder. Es erschien daher nicht durchgehend auf den Radardarstellungen der zivilen Flugsicherung oder der Bundeswehr, es konnten keine Verkehrsinformationen erteilt werden, und das Kollisionswarnsystem (ACAS) der Falcon konnte es nicht erkennen. Oberhalb von 1.525 m AMSL besteht für motorgetriebene Luftfahrzeuge Transponderpflicht; Segelflugzeuge sind ausgenommen.
- Segelflugzeug Gegenkurs, 1.000 m: Gegen 14:31 Uhr sichteten beide Piloten der Falcon erstmals ein Segelflugzeug, das plötzlich vor ihnen auf Gegenkurs in gleicher Höhe (1.525 m AMSL) auftauchte. Sie schätzten die Sichtentfernung beim ersten Erkennen auf rund 1.000 m.
- Passage in 500 m, gleiche Höhe: Das Segelflugzeug passierte die Falcon 2000 auf gleicher Höhe mit einem geschätzten seitlichen Abstand von etwa 500 m – eine deutliche Unterschreitung der Staffelung im Luftraum E.
- Landung PAD; zweite Annäherung: Die Falcon setzte den Flug fort und landete ohne Personen- oder Sachschaden in Paderborn-Lippstadt. Im weiteren Flugverlauf kam es zu einer zweiten Annäherung an ein Segelflugzeug; dieses war mit aktiviertem Transponder unterwegs, der Lotse erteilte Verkehrsinformationen und eine Ausweichempfehlung, der geringste Abstand betrug etwa 1,3 NM horizontal und 100 ft (~30 m) vertikal. Die BFU stufte diese zweite Annäherung nicht als Schwere Störung ein. Das erste Segelflugzeug konnte nicht ermittelt werden.