B737-800 weicht im IFR-Sinkflug einem Segelflugzeug aus

Nürnberg, Germany Boeing B737-800

Bei einer Beinahe-Kollision im IFR-Anflug auf Nürnberg blieben die Insassen einer Boeing 737-800 und eines unbekannten Segelflugzeugs unverletzt; es entstand kein Schaden. Die Boeing mit 6 Besatzungsmitgliedern und 113 Passagieren näherte sich auf dem Flug Antalya–Nürnberg im Luftraum E. Sie sank durch etwa 1.830 m AMSL, als die Besatzung das Segelflugzeug links des Flugwegs im rechten Kurvenflug und steigend erkannte — rund zehn Sekunden vor der Reaktion. Der PIC deaktivierte den Autopiloten, drehte von 300° auf 308° und stoppte den Sinkflug bei etwa 1.890 m AMSL. Geringster Abstand: 100 bis 150 m horizontal, 45 bis 60 m vertikal.

  1. IFR-Sinkflug Richtung Nürnberg: Gegen 14:19 Uhr Ortszeit am 14. Mai 2015 befand sich eine Boeing 737-800 eines deutschen Luftfahrtunternehmens auf einem IFR-Flug von Antalya (Türkei) nach Nürnberg mit 6 Besatzungsmitgliedern und 113 Passagieren an Bord. Nach gestaffelten Freigaben von München Radar – FL180 → FL110 → FL70 → 6.000 ft AMSL (~1.830 m) – sank sie im Luftraum E. Die Wetterbedingungen waren CAVOK, Wind 300°/7 kt, Cumulus-Untergrenze um 6.500 ft.
  2. Segelflugzeug VFR ohne Transponder: Ein unbekanntes Segelflugzeug operierte VFR im selben Luftraum E und befand sich zum Zeitpunkt der Annäherung im rechten Kurvenflug und Steigflug. Es flog ohne aktivierten Transponder und war daher weder auf dem zivilen ATC-Radar noch im Kollisionswarnsystem (TCAS) der Boeing zu erkennen – dem Lotsen wurde weder ein Sekundär- noch ein Primärziel angezeigt. Das Segelflugzeug konnte nach dem Ereignis nicht identifiziert werden.
  3. Sichtkontakt ~10 s vor Reaktion: Rund zehn Sekunden vor dem Ausweichmanöver machten der PIC und der Copilot ein Objekt leicht links des Flugwegs aus und erkannten kurz darauf ein Segelflugzeug im rechten Kurvenflug, offenbar steigend. Während die Boeing weiter Richtung 6.000 ft AMSL sank, beurteilte der PIC den bisherigen Flugweg als kollisionsträchtig.
  4. AP aus, Rechtskurve, Sinkflug stopp: Der PIC deaktivierte den Autopiloten um 14:19:25 Uhr Ortszeit und änderte über das Steuerhorn den Steuerkurs von 300° auf 308°. Er verringerte die Sinkrate und stoppte den Sinkflug bei etwa 6.200 ft AMSL (~1.890 m).
  5. Abstand ~100–150 m / 45–60 m: Das Segelflugzeug passierte unter der linken Tragfläche der Boeing. Der PIC schätzte den geringsten Abstand auf 100 bis 150 m horizontal und 150 bis 200 ft (~45–60 m) vertikal. Der Insasse des Segelflugzeugs war deutlich erkennbar. Die Boeing landete anschließend regulär in Nürnberg.
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