Cessna im IFR-Sinkflug weicht Segelflugzeug nahe Wolkenuntergrenze aus
Bei einer Beinahe-Kollision nahe Bergheim blieben die Insassen einer Cessna 172 R und eines unbekannten Segelflugzeugs unverletzt; es entstand kein Schaden. Die Cessna im IFR-Trainingsflug sank in IMC Richtung 915 m AMSL; der Fluglehrer steuerte, der Schüler bereitete den Anflug vor. Bei einem Frequenzwechsel erkannte der Schüler durch den Wolkenschleier ein von links zukurvendes Segelflugzeug leicht unterhalb. Der Fluglehrer beendete den Sinkflug, leitete Steigflug und Rechtskurve ein und ging bei rund 1.280 m AMSL in den Horizontalflug über. Das Segelflugzeug flog ohne Transponder. Der geringste Abstand lag bei 40 bis 60 m.
- IFR-Sinkflug Richtung MGL: Eine Cessna 172 R befand sich auf einem IFR-Trainingsflug von Köln-Bonn nach Mönchengladbach auf der Frequenz von Langen Radar. Der Fluglehrer steuerte, der Flugschüler war mit den Anflugvorbereitungen am Navigationsgerät befasst. Nach Freigaben auf 4.000 ft und anschließend 3.000 ft AMSL (~915 m) sowie der Aufforderung zum Frequenzwechsel um 16:26:10 Uhr LT flog die Cessna auf nördlichem Steuerkurs.
- Cessna in IMC, Segler unter Wolken: Nach Angabe des Fluglehrers befand sich die Cessna während des Sinkfluges in Instrumentenwetterbedingungen. Das Segelflugzeug bewegte sich unter der Wolkendecke bei Dunst und Wolkenschleier. Der METAR Nörvenich meldete wenig bewölkt mit Untergrenze 3.500 ft GND und aufgelockerte Bewölkung mit Untergrenze FL70 bei Bodensicht von über 10 km.
- Segler ohne Transponder: Das unbekannte Segelflugzeug flog ohne aktivierten Transponder und erschien nicht auf dem zivilen Radarsichtgerät. Die Primärradardaten der Bundeswehr zeigten um 16:27 Uhr LT ein Primärziel etwa 0,4 NM südöstlich der Cessna auf nordöstlichem Kurs. Das Segelflugzeug konnte nachträglich nicht ermittelt werden.
- Sichtung durch Wolkenschleier: Während des Frequenzwechsels um etwa 16:27 Uhr LT nahm der Flugschüler bei Eingaben am Navigationsgerät aus dem linken Augenwinkel eine Bewegung wahr. Durch den Wolkenschleier erkannte er ein Segelflugzeug leicht unterhalb, das von links auf die sinkende Cessna zukurvte; beide Luftfahrzeuge waren auf Kollisionskurs.
- Steigflug + Rechtskurve: Der Fluglehrer beendete den Sinkflug bei ca. 3.900 ft AMSL (~1.190 m), leitete einen Steigflug mit Rechtskurve ein und ging bei ca. 4.200 ft AMSL (~1.280 m) in den Horizontalflug über, nachdem der Flugschüler frei vom Segelflugzeug meldete. Der Fluglehrer erkannte rote Klebestreifen an der Nase; nach einer Linkskurve des Seglers wurden auch an den Flügelspitzen rote Klebestreifen sichtbar.
- ~40-60 m Abstand, Landung MGL: Der Lateralabstand am Punkt der größten Annäherung wurde vom Piloten der Cessna auf etwa 40 bis 60 m geschätzt. Keine Verletzungen, kein Schaden. Die Cessna landete planmäßig in Mönchengladbach.