F-Schlepp: Ka 6 übersteigt Schleppflugzeug, PA 18 stürzt ab

Lager Hammelburg, Sonderlandeplatz, Germany Piper PA 18 Alexander Schleicher Ka 6

Bei einem F-Schlepp in Lager Hammelburg wurde der Pilot eines Piper PA 18 schwer verletzt, der Pilot der Ka 6 blieb unverletzt; das Schleppflugzeug wurde schwer beschädigt. Nach normalem Startlauf hob der Schleppverband ab; sofort überstieg die Ka 6 den PA 18. Der Segelflugpilot drückte nach, das Schleppseil hing durch und straffte sich ruckartig. Die Ka 6 wurde beschleunigt und überstieg erneut mit Pendelbewegung nach rechts. Mit beiden Händen am Knüppel klinkte der Pilot nicht aus; die Sollbruchstelle riss zuerst. Mit hochgezogenem Heck prallte der PA 18 aus 30 bis 40 m AGL auf. Die Schwerpunktkupplung der Ka 6 förderte das Übersteigen.

  1. Flugzeugschlepp Piste 28: Um 15:11 Uhr Ortszeit startete am 13. April 2013 eine Piper PA 18-135 zum Flugzeugschlepp von der Piste 28 des Sonderlandeplatzes Lager Hammelburg (EDFJ) mit einer einsitzigen Ka 6 am 41 m langen Kunststoffseil. Der Wind wehte aus etwa 240° mit 10 kt (Seitenwindkomponente ca. 6 kt von links); das Wetter war kein Faktor. Es war der vierte Schleppflug des Schlepppiloten an diesem Tag.
  2. Schwerpunktkupplung: Übersteig-Risiko: Die Ka 6 war mit einer Schwerpunktkupplung ausgerüstet, nicht mit einer Bugkupplung. Die BFU verwies darauf, dass eine Schwerpunktkupplung die Tendenz zum Übersteigen des Schleppflugzeuges verstärkt, wenn die Position hinter dem Schlepper nicht präzise gehalten wird – sowohl im Anfangssteigflug als auch entlang des Schleppweges.
  3. Ka 6 übersteigt nach Abheben: Nach normalem Startlauf hoben beide Luftfahrzeuge ab. Nahezu unmittelbar danach stieg die Ka 6 über das Schleppflugzeug hinaus. Der Segelflugpilot drückte den Steuerknüppel nach vorn, um wieder in die Position hinter dem Schlepper zu gelangen; das Schleppseil hing durch.
  4. Ruckartiges Straffen, Übersteigen: Als sich das durchhängende Seil wieder spannte, wurde das Segelflugzeug ruckartig nach vorn und oben beschleunigt, mit zusätzlicher seitlicher Pendelbewegung nach rechts. Es überstieg das Schleppflugzeug ein weiteres Mal, seitlich versetzt, und konnte die Schleppposition nicht mehr einnehmen.
  5. Pilot klinkt nicht aus: Der Segelflugpilot drückte mit beiden Händen am Steuerknüppel nach vorn und betätigte die Ausklinkvorrichtung nicht. Nach SBO 2.2.10 ist bei unbeherrschbarem Übersteigen des Schleppflugzeuges sofort und unaufgefordert auszuklinken. Die 400-daN-Sollbruchstelle des Schleppseiles riss, bevor der Pilot ausklinkte.
  6. PA-18-Heck hochgezogen, Absturz: Während das Schleppseil noch unter Zug stand, wurde das Heck des Schleppflugzeuges hochgezogen; die PA 18 ging in einen steilen Bahnneigungsflug über. Der Schlepppilot verlor das Segelflugzeug im Rückspiegel aus dem Blick und klinkte nach eigener Aussage sein Seilende noch aus. Die Piper prallte rund 15 m rechts der Piste 28 aus 30–40 m AGL auf den Boden; Cockpit, Tragflächen und Triebwerksaufhängung wurden zerrissen. Der Schlepppilot wurde schwer verletzt. Der Segelflugpilot flog zwei 180°-Kurven in geringer Höhe und landete unverletzt auf dem Flugplatz.
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