DG-400 kippt nach erstem Eigenstart mit ausgefahrenem Klapptriebwerk ab
Beim ersten Eigenstart nahe Mönchsheide wurde der Pilot einer DG-400 schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Es war sein erster Eigenstart auf dem Muster: 46 Minuten aus zwei F-Schlepps, seine elf bisherigen Eigenstarts hatte er auf Doppelsitzern absolviert. Er startete um 13:24 Uhr von der Graspiste 28. In der Mitte des Gegenanflugs schaltete er das Klapptriebwerk in rund 450 m über Grund ab, fuhr es jedoch nicht ein. Nordwestlich des Platzes wurde die DG-400 scheinbar zu langsam geflogen. Aus etwa 150 m kippte sie nach rechts ab und stürzte nahezu senkrecht in den Wald östlich des Flugplatzes. Technische Mängel lagen nicht vor.
- Eigenstart Piste 28, Erstflug Muster: Um 13:24 Uhr begann der Pilot am 18. Mai 2015 seinen ersten Eigenstart auf dieser DG-400 von der Graspiste 28 des Segelfluggeländes Mönchsheide (Platzhöhe 672 ft AMSL, ca. 700 m lange Grasbahn). Das Luftfahrzeug war zuvor mit 20 Litern Kraftstoff betankt worden.
- 46 Min Muster, Eigenstart-Novize: Der Pilot besaß eine Segelfluglizenz mit rund 180 Stunden Gesamtflugerfahrung und nur etwa 1,5 Stunden in den letzten 90 Tagen. Auf der DG-400 hatte er 46 Minuten aus zwei vorherigen F-Schlepps — einer am Vortag, einer im September 2014. Seine elf bisherigen Eigenstarts waren ausschließlich auf doppelsitzigen Mustern erfolgt; dies war sein erster Eigenstart auf einem Einsitzer.
- Triebwerk aus, nicht eingefahren: Eigenstart und Steigflug verliefen nach Zeugenaussagen ohne Besonderheiten. Etwa in der Mitte des Gegenanflugs wurde das Klapptriebwerk abgeschaltet. Der Pilot fuhr es nicht ein. Die FLARM-Rekonstruktion zeigt, dass die DG-400 im Platzrundenbereich auf rund 450 m über Grund stieg, bevor sie geradeaus weiterflog. Das ausgefahrene Triebwerk erzeugte weiterhin Widerstand.
- Scheinbar zu langsam NW des Platzes: Nach einem geradeaus geflogenen Abschnitt auf Kurs 130° mit Höhenverlust folgte nordwestlich von Bad Breisig eine 90°-Richtungsänderung auf 220°, in Verlängerung der Startbahngrundlinie eine Rechtskurve und ein weiterer Schenkel nach Nordwesten. Zeugen beobachteten, dass die DG-400 nordwestlich des Flugplatzes mit scheinbar zu langsamer Geschwindigkeit geflogen wurde.
- Abkippen nach rechts aus ca. 150 m: Aus rund 150 m über Grund kippte die DG-400 nach rechts ab und ging in einen sehr steilen, nahezu senkrechten Bahnneigungsflug in Richtung des Waldgebietes östlich des Flugplatzes über.
- Senkrechter Aufprall im Wald: Die DG-400 schlug nahezu senkrecht im Wald auf. Die linke Tragfläche brach bei der ersten Baumberührung ab und blieb im Kronenbereich hängen; das Luftfahrzeug kam auf der Oberseite in Endlage, das Leitwerk war abgedreht. Das Triebwerk wurde ausgefahren, das Fahrwerk eingefahren, der Hauptschalter in Stellung ON, der Zündschalter in OFF und der Brandhahn geöffnet vorgefunden. Technische Mängel lagen nicht vor. Der Pilot wurde schwer verletzt.