Windenstart: Mosquito 303 überzieht nach Wiederaufsetzen und steilem Aufrichten
Bei einem Windenstart in Beilngries wurde der Pilot einer Glasflügel Mosquito tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach normalem Anschleppen hob die Mosquito ab, gewann jedoch keine Höhe und setzte rund 50 m später wieder auf. Daraufhin zog der Pilot kräftig am Höhenruder; die Mosquito hob erneut ab und ging in eine sehr steile Steigfluglage über. In etwa 20 m AGL kam es zum Strömungsabriss, die Mosquito kippte über die linke Tragfläche ab und schlug rund 250 m vom Startpunkt nahezu senkrecht auf. Es war der erste Windenstart des Piloten auf dem Muster bei rund 86 Stunden Gesamterfahrung.
- Windenstart RWY 28 Beilngries: Um 13:32 Uhr Ortszeit startete am 21. Mai 2013 eine Glasflügel 303 Mosquito an der Winde auf Piste 28 des Sonderlandeplatzes Beilngries (EDNC). Der Wind am Platz war leicht aus West (270–280° mit zwei bis drei Knoten). Zeugen beschrieben das Anschleppen als normal.
- Erster Windenstart, wenig Erfahrung: Die BFU wertete die geringe Gesamterfahrung und die sehr geringe Mustererfahrung des Piloten als beitragende Faktoren. Die Gesamtflugerfahrung inklusive Ausbildung betrug rund 86 Stunden bei 244 Starts; in den zwei Jahren vor dem Unfall war der Pilot rund 27 Stunden bei 46 Starts geflogen, davon 19 an der Winde. Der Unfallflug war sein erster Windenstart auf der Mosquito; zuvor war er das Muster nur dreimal im Flugzeugschlepp geflogen, etwa zwei Jahre davor.
- Kein Höhengewinn, setzt wieder auf: Nach dem ersten Abheben gewann die Mosquito im Anfangssteigflug keine Höhe und setzte rund 50 m nach dem Abheben wieder auf der Piste auf. Die BFU ging davon aus, dass der Pilot zur Vermeidung einer steilen Anfangssteigfluglage so stark nachdrückte, dass es zum ungeplanten Aufsetzen kam.
- Kräftiges Ziehen, steiler Steigflug: Unter dem Eindruck des ungeplanten Aufsetzens zog der Pilot wahrscheinlich kräftig am Höhenruder. Die Mosquito hob erneut ab und nahm noch unter Windenzug eine sehr steile Steigfluglage ein.
- Strömungsabriss in 20 m AGL: In etwa 20 m über Grund riss die Strömung am Tragflügel ab. Die Mosquito kippte über die linke Tragfläche ab; die Höhe reichte nicht aus, um den Flugzustand wieder zu beherrschen.
- Nahezu senkrechter Aufschlag: Die Mosquito schlug rund 250 m vom Startpunkt entfernt nahezu senkrecht auf dem Flugplatzgelände auf. Das Cockpit wurde zerstört, der Pilot tödlich verletzt. Hinweise auf vorbestehende technische Mängel ergaben sich aus der Untersuchung nicht.