Erster Alleinflug: Längsschwingung wächst, ASK 13 überzieht und trifft Häuserreihe

Quakenbrück, Germany Alexander Schleicher ASK 13

Beim ersten Alleinflug in einer ASK 13 wurde der Flugschüler tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Die Ausbildung lief seit 14 Tagen (67 Starts, 9 h). Nach normalem Windenstart flog der Schüler den Gegenanflug zu langsam. Eine oszillierende Flugbahn baute sich zwischen 61 und 91 km/h auf; trotz Funkanweisung wuchs die Pumpbewegung. Die ASK 13 stieg nahezu senkrecht, überzog und kippte über die Tragfläche ab. Sie traf rund 500 m nördlich des Flugplatzes eine Häuserreihe. Die theoretische Ausbildung war ungenügend, ungewöhnliche Fluglagen wurden kaum geübt, die Zustimmung des zweiten Fluglehrers fehlte.

  1. Erster Alleinflug per Windenstart: Am 4. August 2012 um 19:13:15 Uhr LT startete der Flugschüler in einer ASK 13 zum ersten Alleinflug per Windenstart von Piste 28 des Flugplatzes Quakenbrück. Das Windenseil wurde nach unauffälligem Start in rund 329 m AGL ausgeklinkt. Der Wind war schwach, die Abendbedingungen ruhig, kein thermischer Einfluss. Die Segelflugausbildung hatte erst 14 Tage zuvor am 21. Juli 2012 in einem Vereins-Schnupperkurs begonnen; insgesamt waren 67 Starts am Doppelsteuer mit ca. 9 h Gesamtflugzeit absolviert worden. Am Unfalltag waren bereits fünf Doppelsitzerflüge geflogen worden; dies war der letzte Kursteilnehmer ohne Alleinflug.
  2. Lückenhafte Vorbereitung Alleinflug: Die BFU stellte vor dem Alleinflug mehrere Ausbildungsmängel fest. Der theoretische Unterricht während des 14-tägigen Kurses war ungenügend — eine dokumentierte Einführungsstunde und ein weiterer Theorievormittag standen den historisch geforderten neun Unterrichtseinheiten für Abschnitt A gegenüber. Übungen zu ungewöhnlichen Fluglagen, Trudeln und Steilspirale waren am zweiten Ausbildungstag begonnen worden, ohne dass die praktischen oder theoretischen Grundlagen bereits gelegt waren. Die Zustimmung des zweiten Fluglehrers zum Alleinflug erfolgte mündlich an einem früheren Tag, nicht am Unfalltag und nicht nach einem abschließenden Überprüfungsflug unter angenommenen Alleinflugbedingungen — entgegen der DAeC-Methodik.
  3. Zu langsam: Längsschwingung beginnt: Im Gegenanflug lag die Bodengeschwindigkeit ungewöhnlich niedrig zwischen 61 und 76 km/h (gegenüber rund 85 km/h normalem Reiseflug in diesem Muster, möglicherweise durch eine kopflastige Trimmeinstellung verstärkt). Eine Kursänderung von 025° auf 005° deutete auf frühe Überforderung hin. Ab 19:14:43 Uhr LT zeigten die FLARM-Daten den Beginn einer Längsschwingung um die Querachse; die Geschwindigkeiten schwankten zwischen 61 und 91 km/h, die Höhe um mehrere Dutzend Meter.
  4. Pumpbewegung wächst (61–91 km/h): Die Amplitude der Schwingung wuchs. Die Sinkraten erreichten in aufeinanderfolgenden Zyklen 5,5, dann 9,2 und 7,8 m/s zwischen etwa 240 m und 100 m AGL. Die Geschwindigkeit wechselte zwischen 61 und 91 km/h. Die Steuereingaben des Flugschülers verstärkten die Nickbewegung, statt sie zu dämpfen.
  5. Funkruf; Flugschüler überfordert: Der Fluglehrer übermittelte per Funk die Anweisung, „die Nase unter den Horizont zu nehmen“. Die BFU folgerte, dass der Flugschüler durch die Schwingung und die damit verbundene Arbeitsbelastung überfordert war; die Funkanweisung wurde nicht wirksam in stabilisierende Steuereingaben umgesetzt. Verletzungen an der rechten Hand legten nahe, dass der Flugschüler den Steuerknüppel bis zum Aufprall festhielt, möglicherweise mit voll gezogenem Höhensteuer am Ende.
  6. Überzieht, kippt ab, trifft Häuser: In niedriger Höhe stieg die ASK 13 nahezu senkrecht auf, überzog und kippte über die linke Tragfläche ab. Sie ging in einem Wohn- und Gewerbegebiet rund 500 m nördlich des Flugplatzes nieder, traf das erste Haus einer Reihenhaussiedlung 5,5 m über dem Bürgersteig und verlor entlang der Reihe Teile der linken Tragfläche, bis sie auf der gepflasterten Parkfläche des vierten Hauses kopfüber zur Ruhe kam. Der Flugschüler wurde tödlich verletzt.
Loading incidents...
Select Incident
Select Report
Filter
0/0
Incident year
1997 2024
Sort By
Search
0/0
Preferences
Save preferences locally
Enable map view
Language
Theme
About

gliderincidents.com gathers and lists soaring incident reports from official sources. The sources are indicated and linked. These reports are amended by summaries, metadata and translations, some of which have been generated utilizing machine learning (AI). You shouldn't trust the information provided here blindly, and consider reading the official incident report as a fact-check.

OR AND
Flight Phase
Circumstance
Severity Levels
Countries

Please describe what information is incorrect or needs review:

Bookmarked