ASH 25 Mi / B737-800 Beinahe-Kollision — Transponder am Segelflugzeug aus
Bei einer Beinahe-Kollision im Anflug auf Frankfurt-Hahn blieben die Insassen einer ASH 25 Mi und einer Boeing 737-800 unverletzt; an beiden Flugzeugen entstand kein Schaden. Die ASH 25 Mi (VFR, Triebwerk aus, Transponder inaktiv) und die Boeing 737-800 (IFR im Anflug) näherten sich in etwa 1.980 m AMSL auf rund 350 m seitlich und 49 m vertikal an. Das TRX1090 in der ASH 25 warnte; der Pilot erfasste die Boeing in rund 10 km und flog eine Linkskurve mit 45° Querlage. Die Boeing-Besatzung sah die ASH 25 erst beim Vorbeiflug. Der inaktive Transponder machte die ASH 25 für TCAS unsichtbar.
- Streckenflug, Motor aus: Der ASH 25 Mi Motorsegler flog ein Streckendreieck von Marpingen aus mit abgestelltem Motor, segelnd bei ca. 1.980 m MSL in Luftraum E östlich von Frankfurt-Hahn.
- Kollisionswarnung an Bord: Gegen 17:30 Uhr erzeugte das TRX1090-Kollisionswarnsystem des Motorseglers in ca. 1.980 m MSL eine Verkehrswarnung über ein anderes Luftfahrzeug in ähnlicher Höhe in der Nähe.
- Transponder nicht aktiv: Da der ASH 25 Mi mit abgestelltem Motor segelte, wurde er als Segelflugzeug ohne aktivierten Transponder betrieben und erschien weder im TCAS der Boeing noch als korreliertes Radarziel bei der Flugsicherung.
- Hohe Annäherungsgeschwindigkeit: Die Boeing 737 befand sich im IFR-Sinkflug auf Anflug bei ca. 463 km/h, während der Motorsegler mit etwa 110 km/h segelte — was eine sehr hohe Annäherungsrate und wenig Zeit zur Sichtung und Ausweichreaktion ergab.
- Ausweich-Linkskurve: Nachdem der Pilot das Verkehrsflugzeug in ca. 10 km Entfernung auf ähnlicher Höhe gesichtet hatte, leitete er sofort eine Linkskurve auf einen südlichen Gegenkurs ein und blieb auf einem annähernd parallelen Gegenkurs, um die Bahn der Boeing zu beobachten.
- Sehr geringer Staffelungsabstand: Trotz der Ausweichreaktion passierten sich die Luftfahrzeuge auf nahezu entgegengesetzten Parallelkursen mit einem Mindestabstand von ca. 350 m horizontal und ca. 49 m vertikal; die Boeing hielt Kurs und Höhe, ihre Besatzung sichtete das Segelflugzeug erst im Moment des Passierens.
- Sichere Landung: Der Motorsegler setzte seinen ursprünglichen Südwestkurs fort, überquerte dabei kurz die Flugbahn der Boeing — etwa 19 Sekunden nach dem Passieren und ca. 91 m unterhalb ihrer vorherigen Höhe — ohne Wirbelschleppe zu treffen, und landete anschließend sicher ohne Schäden oder Verletzte.