Bergfalke IV klinkt nach Windenproblem bei 10 m aus und schlägt hart auf
Bei einem Windenstart in Gardelegen wurden beide Insassen eines Bergfalke IV schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde schwer beschädigt. Der Gastverein hatte eine Sechs-Trommel-Schleppwinde Busio zum Fliegerlager mitgebracht. Gegen 17:00 Uhr startete der Bergfalke IV von Piste 27 an der Winde; in etwa 10 m Höhe nahm der Pilot nachlassenden Seilzug wahr und klinkte aus. Eine Schlaufe des Dyneema-Seils war über die Trommelflanke gesprungen und hatte die durchgehende Achse aller sechs Trommeln blockiert. Der Bergfalke setzte zweimal hart auf, machte einen Ringelpietz und kam 400 m hinter der Startstelle entgegen der Startrichtung zum Stehen.
- Windenstart Piste 27, ~17:00 Uhr: Gegen 17:00 Uhr Ortszeit begann der Bergfalke IV am 21. Juli 2015 einen Windenstart von Piste 27 am Sonderlandeplatz Gardelegen (EDOC). Der Gastverein wickelte den Start mit seiner mitgebrachten Sechs-Trommel-Schleppwinde Busio ab, die er zu einem Fliegerlager nach Gardelegen transportiert hatte.
- Seilschlaufe umwickelt Windenachse: Eine Schlaufe des zuvor benutzten hochfesten Dyneema-Schleppseils war über die Flanke ihrer Trommel gesprungen und hatte sich um die durchgehende Achse gewickelt, die alle sechs Seiltrommeln antrieb. Dadurch wurde die Achse blockiert, und der Zug an der aktiven Trommel ließ während des Starts nach.
- Seilzug lässt bei ~10 m nach: Nachdem der Bergfalke IV im Anfangssteigflug etwa 10 m über Grund erreicht hatte, nahm der Pilot wahr, dass der Zug des Windenseils deutlich nachließ.
- Ausklinken bei ~10 m: Als Reaktion auf den nachlassenden Windenzug klinkte der Pilot das Schleppseil in etwa 10 m Höhe über der Piste aus.
- Zwei harte Aufsetzer, ½ Ringelpietz: Nach dem Ausklinken setzte der Bergfalke IV entlang der Startstrecke zweimal hart auf der Piste auf, vollführte am Boden eine halbe Drehung um die Hochachse (Ringelpietz) und kam etwa 400 m hinter der Startstelle entgegen der Startrichtung zum Stehen.
- Schwerer Schaden, beide verletzt: Die Rumpfunterseite war bis zum Hauptrad eingedrückt; beide Tragflächen wiesen am äußeren Ende des Bremsklappenkastens etwa 15 cm lange Risse parallel zur Längsachse auf. An den Gestängen des Höhenruders und der Bremsklappensteuerung traten Schäden auf, die zu den harten Aufsetzern passten. Beide Insassen wurden schwer verletzt.