DG-100G klinkt früh aus im Flugzeugschlepp, prallt ohne Nachdrücken auf

Purkshof, Germany DG Flugzeugbau DG-100G

Bei einem F-Schlepp ab Purkshof wurde der Pilot einer DG-100G Elan tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach dem Abheben hinter einem Robin DR 400 trennte sich das Schleppseil in 15 bis 20 m über Grund, wahrscheinlich durch Pilotenaktion. Die DG-100G flog geradeaus weiter und ging in einen zunehmend steilen Bahnneigungsflug über, bis sie rund 730 m hinter der Schwelle auf der Graspiste aufprallte. Der Pilot hatte rund 703 Flugstunden, zuletzt jedoch nur Windenstarts; der letzte F-Schlepp lag über drei Monate zurück. Das BFU fand keine technischen Mängel und keine medizinische Ursache.

  1. Flugzeugschlepp ab Purkshof Piste 04: Um 12:05 Uhr startete die DG-100G im Flugzeugschlepp hinter einem Robin DR 400 ab der Piste 04 in Purkshof zu einem geplanten Streckenflug. Beide Luftfahrzeuge hoben ab und begannen den Anfangssteigflug.
  2. Schleppseil löst sich bei ~15–20 m: Bei etwa 15 bis 20 m über Grund trennte sich das Schleppseil vom Segelflugzeug. Das BFU kam zu dem Schluss, dass der Pilot das Seil wahrscheinlich selbst ausgeklinkt hatte; eine andere technische Erklärung ließ sich nicht finden.
  3. Flugzeugschlepp-Übungsstand gering: Der Pilot hatte seit mehr als drei Monaten keinen Flugzeugschlepp mehr durchgeführt (zuletzt am 1. Mai 2015 auf einem doppelsitzigen Muster mit Fluglehrer). Seine acht Flüge in den vorangegangenen 90 Tagen waren ausnahmslos Windenstarts auf der DG 100, der DG 300 und einem Doppelsitzer.
  4. Kein Nachdrücken: Zeugen beobachteten keine erkennbare Korrekturreaktion. Die gebotene Maßnahme nach einem Ausklinken in geringer Höhe – Nase drücken und geradeaus landen – blieb aus.
  5. Steiler Bahnneigungsflug, Aufprall: Die DG-100G flog geradeaus weiter, während die Längsneigung zunehmend steil wurde. Der Flugweg ging in einen steilen Bahnneigungsflug über und endete mit dem Aufprall auf der Graspiste rund 730 m hinter der Schwelle. Das BFU konnte nicht klären, warum keine Steuerkorrektur erfolgte.
  6. Kein technischer/medizinischer Befund: Alle Steuerorgane funktionierten einwandfrei. Der Höhenleitwerksbeschlag war ordnungsgemäß verschraubt und gesichert. Masse und Schwerpunkt lagen innerhalb der zulässigen Grenzen. Die Obduktion ergab keinen Befund, der den Unfall ausgelöst oder begünstigt haben könnte.
  7. Aufprall; Pilot tödlich verletzt: Der Pilot erlitt beim Aufprall tödliche Verletzungen. Die DG-100G wurde auf der Graspiste 734 m hinter der Schwelle zerstört.
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