Flugschüler verliert auf erstem LS-1f-Schulflug 230 m in 24 s, fällt in Wald

Löchgau, Germany Rolladen-Schneider LS 1f

Beim Erstflug auf Muster nach Windenstart in Löchgau wurde der Flugschüler einer LS 1f leicht verletzt; das Segelflugzeug wurde schwer beschädigt. Mit 30 Flugstunden flog er das Muster erstmals. Nach dem Ausklinken auf etwa 550 m AMSL stieg er in Thermik auf 870 m, kehrte zum selben Aufwind zurück und drehte dreizehn Kreise im Band 500 bis 600 m AMSL. Anschließend zeichnete der Flugrechner in 24 s einen Höhenverlust von 230 m auf (etwa 9,6 m/s). Die LS 1f schlug mit rund 60° Längsneigung im Wald auf; Bäume bremsten den Aufprall. Der Trimmhebel war kopflastig eingestellt; an der Steuerung wurden keine Mängel festgestellt.

  1. Windenstart Piste 09, erstes Muster: Gegen 12:00 Uhr Ortszeit am 29. Mai 2014 begann der Flugschüler in einer LS 1f einen Windenstart von der Piste 09 des Segelfluggeländes Löchgau (266 m AMSL, Graspiste 09/27) zu einem örtlichen Schulflug. Es war sein erster Start auf dem Muster nach einer theoretischen Einweisung am Wochenende zuvor; davor hatte er ASK 21, ASK 23 und Ka 6 geflogen.
  2. 30 h gesamt, erster LS-1f-Flug: Der Flugschüler befand sich im dritten Ausbildungsabschnitt und hatte seit Beginn seiner Ausbildung im Juli 2012 insgesamt 77 Starts bei einer Flugzeit von 30 Stunden absolviert. Am Wochenende vor dem Unfall war er theoretisch in die LS 1f eingewiesen worden; der Unfallflug war sein erster Start auf dem Muster.
  3. Thermik bis 870 m, zurück zum Bart: Nach dem Ausklinken in etwa 550 m AMSL flog der Flugschüler nach Süden und kreiste ab 12:02 Uhr in der Thermik linksherum bis auf rund 870 m AMSL. Anschließend flog er nach Westen, drehte einen Linkskreis und setzte den Flug Richtung Nordwesten fort. Gegen 12:10 Uhr drehte er um und erreichte um 12:12 Uhr in etwa 550 m AMSL erneut denselben Aufwind. Der Flugrechner zeichnete dort 13 Kreise im Höhenband 500–600 m AMSL auf, etwa 234–334 m über dem Platz.
  4. 230 m Höhenverlust in 24 s: Ab 12:16:30 Uhr Ortszeit zeichnete der Flugrechner innerhalb von 24 Sekunden einen Höhenverlust von 230 m auf — rund 9,6 m/s — während des Kreisens im Bereich des Gegenanfluges südlich des Flugplatzes.
  5. ~60° Längsneigung Richtung Wald: Das Segelflugzeug verließ das genutzte Höhenband und sank ohne Wiederherstellung des Normalfluges Richtung der bewaldeten Fläche südlich des Flugplatzes; die Aufprallhaltung betrug etwa 60° Längsneigung nach unten.
  6. Fällt in Bäume; leicht verletzt: Rund einen Kilometer südlich des Flugplatzes fiel die LS 1f in die Bäume eines Waldstücks. Dünnstämmige Bäume bremsten den Aufprall ab: Rumpfspitze und linkes Tragflächenende berührten den Boden, während die rechte Tragfläche und das weitgehend unbeschädigte Leitwerk in den Bäumen hingen. Die Endleiste der rechten Tragfläche war im Wurzelbereich auf etwa 70 cm aufgeplatzt, die Cockpithaube zerstört und der Instrumentenpilz um ca. 90° nach vorne umgeklappt. Fahrwerk und Bremsklappen waren eingefahren, der Trimmhebel stand auf kopflastig. Die Steuerung war intakt, Mängel wurden nicht festgestellt. Der Flugschüler wurde durch Haubenbruchstücke leicht verletzt, befreite sich selbst aus dem Luftfahrzeug und informierte Löchgau INFO über Funk.
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