Robin DR 400 / ASW 27 Zusammenstoß — Grenzen von see-and-avoid, Warnsysteme defekt

Piz Neir, Switzerland Robin Aircraft DR 400/140 B Alexander Schleicher ASW 27-18

Bei einer Kollision westlich des Piz Neir wurden alle fünf Insassen tödlich verletzt; beide Flugzeuge wurden zerstört. Eine Robin DR 400 mit vier Insassen und eine ASW 27-18 trafen einander im Reiseflug in rund 3.200 m MSL, etwa 600 m über Grund. Die Robin war zuvor in Samedan Richtung Locarno gestartet; das Segelflugzeug befand sich nach Wende am Matterhorn auf dem Rückflug nach Amlikon. Die Piloten sahen einander zu spät; defekte oder inkompatible Kollisionswarnsysteme trugen bei — die Robin hatte ihr System außer Betrieb und kein ADS-B out, das Segelflugzeug einen ausgeschalteten Transponder, die Mode-S der Robin war FLARM-inkompatibel.

  1. Segler-Streckenflug ab Amlikon: ASW 27-18 Windenstart um 12:15 Uhr in Amlikon (LSPA); Route über Walensee, Disentis, Airolo, Südseite des Rhonetals zum Matterhorn (Wendepunkt ca. 3.700 m, 15:33 Uhr), dann zurück über Valsertal und Safiental, Aufstieg beim Piz Platta und Gleitflug Richtung Piz Neir auf 3.450 m. Pilot verwendete Sauerstoffanlage.
  2. Robin Überführungsflug Samedan–Locarno: Robin DR 400/140 B (4 Insassen) ab Neuenburg nach Samedan 15:29–16:35 Uhr, dann Samedan (LSZS) um 17:19 Uhr im Steigflug nach Locarno (LSZL) via Maloja, in FIC-Zürich-Kontakt.
  3. CWS der Robin außer Betrieb: Das Kollisionswarnsystem der Robin war nicht funktionsfähig und vermutlich nicht eingeschaltet. Mode-S-Transponder aktiv, jedoch ohne ADS-B-out-Funktion.
  4. Transponder des Seglers ausgeschaltet: Das FLARM der ASW 27-18 (FLARM + Mode-S-Empfang) war in Betrieb, der Transponder des Seglers jedoch ausgeschaltet. Der Mode-A/C-Rückimpuls der Robin zum Bodenradar konnte vom FLARM des Seglers nicht verarbeitet werden.
  5. Annäherung Luftraum E, Ausweichpflicht: Beide Luftfahrzeuge konvergierten 350 m westlich des Piz Neir bei ca. 3.200 m AMSL (ca. 600 m AGL). Der Funkkontakt der Robin mit FIC Zürich endete um 17:28:42 Uhr; die Kollision ereignete sich innerhalb von fünf Sekunden.
  6. Kollision im Reiseflug: Die Luftfahrzeuge kollidierten; beide wurden unkontrollierbar und gingen in Sinkflug über. Der Seglerpilot versuchte seinen Rettungsschirm auszulösen.
  7. Beide Luftfahrzeuge zerstört, 5 Tote: Alle Insassen tödlich verletzt; beide Luftfahrzeuge zerstört. SUST-Ursache: Die Piloten erkannten einander nicht rechtzeitig visuell, begünstigt durch defekte, ausgeschaltete oder inkompatible Kollisionswarnausrüstung.
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