ASK 21 und Schweizer PC-9 geraten bei 250 kt in gefährliche Nähe

Fruthwilen, Switzerland Alexander Schleicher ASK 21 Pilatus PC-9

Eine PC-9/F der Schweizer Luftwaffe und eine ASK 21 im VFR-Schulflug kurz nach dem Ausklinken ab Amlikon näherten sich westlich von Fruthwilen in rund 1.200 m MSL gefährlich an (Airprox Kat. A); niemand wurde verletzt. Die PC-9 flog mit ~250 kt IAS. Der Flugschüler sah sie zuerst; der Fluglehrer wich auf ~1 km aus. Der PC-9-Pilot sah das Segelflugzeug erst dabei und hielt die Fluglage für Kunstflug. Geringster Abstand: ~250 m horizontal, unter 50 m vertikal. FLARM warnte nicht, da die PC-9 kein kompatibles System hatte; die Frequenzen waren verschieden. Sehen und Ausweichen stößt bei hoher Annäherungsgeschwindigkeit an Grenzen.

  1. ASK 21 nach Schlepp im Trainingsflug: Die ASK 21 (HB-1630) klinkte nach dem Start in Amlikon bei ca. 1.350 m MSL aus und flog ostwärts nach Fruthwilen mit ca. 110 km/h auf Amlikon-Funkfrequenz.
  2. PC-9 militärischer Trainingsflug: Der PC-9/F der Luftwaffe flog auf einem Trainingsflug ab Emmen nordwärts über das Amlikon-Gebiet bei ca. 1.250 m MSL mit ca. 463 km/h IAS (ca. 510 km/h GS), Funk auf Lommis-Frequenz.
  3. Luftraum E, nur Ausweichpflicht: Beide Luftfahrzeuge im Luftraum E; keine verbindliche Staffelung. Wolkenuntergrenze ca. 4.000 m MSL, Sicht über 10 km.
  4. Unterschiedliche Funkfrequenzen: ASK 21 auf Amlikon-Frequenz (LSPA); PC-9 auf Lommis-Frequenz (LSZT). Der PC-9-Pilot stellte beim Überfliegen nicht auf Amlikon um; keiner konnte die Positionsmeldungen des anderen hören.
  5. Kein CWS im PC-9; FLARM ohne Warnung: Der PC-9 hatte kein Kollisionswarnsystem. Das FLARM der ASK 21 warnte nicht — der PC-9 führte kein FLARM/ADS-B-kompatibles System mit.
  6. Annäherung bei Fruthwilen, ~1.200 m: Die Annäherungsgeschwindigkeit betrug ca. 574 km/h. Bei etwa 1 km Abstand erkannte der Schüler den PC-9, und der Fluglehrer leitete ein Ausweichmanöver mit Querneigung und Drücken ein.
  7. PC-9-Pilot deutete Ausweichen falsch: Der PC-9-Pilot sah den Segler erst, als dieser bereits im Ausweichmanöver war (ca. 200 m links-vorne), und hielt die Lage für eine Kunstflugfigur, nicht für ein Ausweichmanöver.
  8. Airprox Kat. A, keine Verletzten: Der geringste Abstand betrug ca. 250 m horizontal und unter 50 m vertikal, sechs Sekunden nach Beginn des Ausweichmanövers; beide Flüge wurden ohne weiteren Zwischenfall fortgesetzt.
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