ASK 21 / Schweizer Luftwaffe PC-9 Airprox Kat A — see-and-avoid bei 250 kt
Bei einer Beinahe-Kollision westlich von Fruthwilen landeten beide Flugzeuge unbeschädigt; keine Personen wurden verletzt. Eine PC-9/F der Schweizer Luftwaffe und eine ASK 21 im VFR-Schulflug ab Amlikon näherten sich in rund 1.200 m MSL gefährlich an; die PC-9 flog mit rund 250 kt IAS. Der Flugschüler sah die PC-9 zuerst; der Fluglehrer leitete in rund 1 km Distanz ein Ausweichmanöver ein. Der PC-9-Pilot sah das Segelflugzeug erst dabei und hielt die Fluglage für Kunstflug. Geringster Abstand: rund 250 m horizontal, unter 50 m vertikal (Kat. A). Die PC-9 hatte kein FLARM-kompatibles System; die Frequenzen waren verschieden.
- ASK 21 nach Schlepp im Trainingsflug: ASK 21 (HB-1630) klinkte nach dem Start in Amlikon (LSPA) um 11:02 Uhr bei ca. 1.350 m AMSL aus; Fluglehrer und Schüler an Bord, Flug ostwärts nach Fruthwilen mit ca. 110 km/h. Funk auf Amlikon-Frequenz.
- PC-9 militärischer Trainingsflug: Schweizer Luftwaffe PC-9/F (C-408) auf Trainingsflug ab Emmen; hatte Tanklager Tägerschen für Heeresflak-Übung überflogen, östlich Lommis passiert, dann Amlikon-Gebiet bei ca. 1.220 m AMSL überflogen. Nordwärts mit ca. 510 km/h GS (ca. 463 km/h IAS) bei ca. 1.250 m AMSL. Funk auf Lommis-Frequenz.
- Luftraum E, nur Ausweichpflicht: Beide Luftfahrzeuge im Luftraum E; keine verbindliche Staffelung. Wolkenuntergrenze ca. 4.000 m AMSL, Sicht über 10 km.
- Unterschiedliche Funkfrequenzen: ASK 21 auf Amlikon-Frequenz (LSPA); PC-9 auf Lommis-Frequenz (LSZT). Der PC-9-Pilot stellte beim Überfliegen nicht auf Amlikon um. Keiner konnte die Positionsmeldungen des anderen hören.
- Kein CWS im PC-9; FLARM ohne Warnung: Der PC-9 hatte kein Kollisionswarnsystem. Das FLARM der ASK 21 warnte nicht — der PC-9 führte kein FLARM/ADS-B-kompatibles System mit.
- Annäherung bei Fruthwilen, ~1.200 m: Annäherungsgeschwindigkeit ca. 574 km/h (PC-9 ca. 463 km/h + Segler ca. 110 km/h). Bei ca. 1 km Abstand erkannte der Schüler den PC-9; der Lehrer leitete ein Ausweichmanöver ein (Querneigung + Drücken).
- PC-9-Pilot deutete Ausweichen falsch: Der PC-9-Pilot sah den Segler erst, als dieser bereits im Ausweichmanöver war (ca. 200 m links-vorne), und hielt die Lage für eine Kunstflugfigur, nicht für ein Ausweichmanöver.
- Airprox Kat. A, keine Verletzten: Geringster Abstand ca. 250 m horizontal, unter 50 m vertikal, sechs Sekunden nach Beginn des Ausweichmanövers. Beide Flüge wurden ohne weiteren Zwischenfall fortgesetzt. Am folgenden Tag ereignete sich in Platzrundenhöhe Lommis ein ähnlicher Beinahe-Zusammenstoß mit einem PC-9.