Cobra 15 Windenstart-Kontrollverlust auf kaum geflogenem eigenem Muster

Schmoldow, Germany PZL Bielsko SZD-36 A

Eine SZD-36 Cobra 15 (Holzbau, T-Leitwerk mit Pendelhöhenruder, 1974) hob in Schmoldow auf dem dritten Windenstart normal ab. Der Eigentümerpilot, erst wenige Wochen lizenziert, hatte sie drei Monate zuvor gekauft, ohne Mustereinweisung — 1:55 h und 10 Windenstarts auf dem Muster. In ~20–30 m AGL bei ≤45° Längsneigung drehte die Cobra kurz nach rechts, dann nach links, kippte links ab und prallte fast senkrecht neben einem geparkten Puchacz auf. Flugzeug zerstört, Pilot tödlich verletzt. Puchacz schwer beschädigt.

  1. Dritter Windenstart, normal: Dritter Windenstart des Tages; Seil am Schwerpunkthaken; volle Kraft. Bodenzeugen und der Windenwart bemerkten bis zum Abheben keine Unregelmäßigkeiten. Bedingungen: leichter Wind aus 150°, ca. 13 km/h, 24 °C, Kumulus-Untergrenze ca. 1.520 m, 3–5 cm hohes Gras im Startbereich, 900 m lange Grasbahn Piste 15.
  2. Pilot kurz vor Prüfung lizenziert: Segelflugzeugführerschein ausgestellt am 6. Mai 2019 – weniger als einen Monat vor dem Unfall. Gesamterfahrung einschließlich Ausbildung: 134:14 Stunden, 604 Starts (überwiegend Winde). Ausbildung begann 1996, unterbrochen, ab 2016 im Verein fortgesetzt.
  3. Wenig Musterzeit, kein Einweis: Der Pilot kaufte die Cobra 15 im März 2019. Flugzeit auf dem Muster vor dem Unfall: 1:55 Stunden, 10 Windenstarts. Der Vorbesitzer führte keine Mustereinweisung durch. Der Ausbildungsleiter des Vereins hatte das Muster einmal am 20. April 2019 geflogen (ebenfalls ohne Vorerfahrung auf dem Typ) und dessen Flugeigenschaften mit einer DG-100 verglichen, die der Pilot kannte.
  4. Älteres Hochleistungsmuster: Holz-Einsitzer, 15-Meter-Klasse, Baujahr 1974, Wettbewerbssegelflugzeug. T-Leitwerk mit stark gepfeilter Seitenflosse und Pendelruder (Ganzhöhenruder) – empfindlich in Längs- und Hochachse.
  5. Richtungsausreißer in Bodennähe: Bei etwa 20–30 m AGL während des Steigflugs bei ≤45° Anstellwinkel gierte das Segelflugzeug kurz nach rechts und dann nach links um die Hochachse.
  6. Flügel klappt ab, Sturzflug: Nach dem Gieren rollte das Segelflugzeug über die linke Fläche ab und ging in eine fast senkrechte Nase-tief-Lage über. Das Schleppseil riss irgendwann in dieser Sequenz windenseitig; beide Sollbruchstellen (blaue 600-daN- und braune, in Reihe am Segelflugzeugenden) wurden intakt vorgefunden – kein lastbedingter Bruch am Segelflugzeug. Ob der Seilbruch dem Kontrollverlust vorausging oder folgte, lässt sich aus den vorliegenden Beweisen nicht bestimmen.
  7. Aufprall auf Startbahn: Nahezu senkrechter Aufprall auf der Startbahn (ca. 26 cm tiefer Einschlagkrater) unmittelbar neben dem geparkten zweisitzigen Puchacz, der gerade geborgen werden sollte. Cobra 15 zerstört; Pilot tödlich verletzt. Puchacz schwer beschädigt (rechte Fläche und Haube von Trümmern getroffen). Trimmung bei der Nachuntersuchung auf Lastigkeit nach vorne eingestellt; Zeitpunkt und Ursache der Einstellung unbekannt.
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