Kuller bei DG-800-Eigenstart nicht entfernt — Trudeln und Absturz
Nach dem Eigenstart von Schreckhof wurde der Pilot einer DG-800B bei Reichenbuch tödlich verletzt. Der Start erfolgte mit montiertem Kuller (4,6 kg am Heck); der Schwerpunkt lag damit bereits hinter der zulässigen hinteren Grenze. Ein Bodenzeuge warnte vergeblich per Funk vor dem Abstellen des Motors. Das Einfahren des Triebwerks in rund 500 m MSL verlagerte den Schwerpunkt weiter nach hinten; das Flugzeug verlor die Längsstabilität, ging in einen senkrechten Sturzflug und Trudeln über und schlug auf landwirtschaftlicher Fläche auf. Betrieblich ursächlich war der montierte Kuller mit Triebwerkseinfahren jenseits der hinteren Grenze.
- Eigenstart, Steigflug nach Start: Der Pilot startete mit der DG-800B von Schreckhof auf Piste 33 zu einem örtlichen Flug mit ausgefahrenem und laufendem Triebwerk.
- Kuller nicht entfernt: Während des Rollens und des Steigflugs verblieb der am Schwanz befestigte Kuller am Flugzeug. Er wog 4,6 kg und verlagerte den Schwerpunkt hinter die hintere Grenze.
- Triebwerk abgestellt: Auf ca. 500 m ü. MSL stellte der Pilot das Triebwerk ab und fuhr das Triebwerk-Propeller-Aggregat ein, was den ohnehin zu weit hinten liegenden Schwerpunkt weiter nach hinten verschob.
- Verlust der Längsstabilität: Mit dem Schwerpunkt hinter der hinteren Grenze wurde das Segelflugzeug im Gleitflug längsinstabil und anfällig für Strömungsabriss und Kontrollverlust.
- Senkrechter Sturzflug und Trudeln: Nach wenigen Sekunden geradlinigem Gleitflug kippte das Flugzeug in einen senkrechten Sturzflug und geriet in eine zunehmend schnelle schraubenartige Bewegung im Sinne eines Trudelns.
- Aufprall — tödlicher Ausgang: Rund fünf Minuten nach dem Start schlug das Segelflugzeug auf ebenem Ackerland auf und wurde durch Aufprall und nachfolgenden Brand zerstört. Der Pilot wurde tödlich verletzt.