Ventus-3T-Kontrollverlust nach Ausklinken auf Erstflug auf dem Muster
Ein Ventus-3T startete in Hahnweide im F-Schlepp. Werkspilot (~2280 h Streckenflug) flog am Werksflugtag eine fabrikneue Maschine, ohne Mustererfahrung, nur Flughandbuch-Vorbereitung. Nach Schlepp auf ~580 m spürte der Schlepppilot vor dem Ausklinken einen deutlichen Heckzug nach rechts; Funkbestätigung blieb aus. Es rollte rechts und kippte über mehrere hundert Meter in nahezu senkrechten Sinkflug. Über den Baumkronen abrupt abgefangen, extremer Tragflächenflex ohne Bruch; danach erneut fast senkrechter Sinkflug, Aufprall im Wald (~70°). Flugzeug zerstört, Pilot tödlich verletzt. Keine technischen Mängel oder medizinische Beeinträchtigung.
- Schlepp auf ca. 580 m: Ventus-3T (18 m, kein Wasserballast, Werksflugzeug) startete per Schlepp von der Hahnweide, Piste 31 (1000 m Gras), zu einem lokalen Thermiksflug. Schwacher Westwind, 4/8 Cu-Basis ca. 1200 m, 24 °C am Boden.
- Erstflug auf dem Muster: Pilot mit ca. 2280 h Gesamtzeit, beim Hersteller angestellt, mit umfangreicher Strecken- und Wettbewerbserfahrung, jedoch ohne Vorzeit auf dem Ventus-3T. Er hatte sich durch das Studium des Flughandbuchs vorbereitet; keine musterspezifische Einweisung.
- Kontrollverlust beim Ausklinken: Am Ende eines routinemäßigen ca. 3-minütigen Schlepps auf 580 m GND spürte der Schlepppilot unmittelbar vor dem Ausklinken ein deutliches Gieren des Schleppzeugschwanzes nach rechts, und keine Funkbestätigung des Ausklinkens wurde empfangen — was auf eine instabile Cockpitsituation bereits vor dem Ausklinken hindeutet.
- Steilkurve rechts, Sturzflug: Das Segelflugzeug rollte in eine Rechtskurve, die sich sehr schnell zu einer stark negativen Fluglage mit Nicken nach unten entwickelte und über mehrere Hundert Meter Höhenverlust anhielt.
- Hochziehen mit hohem G: Kurz vor dem Erreichen der Baumwipfel zog der Pilot abrupt hoch; mehrere Zeugen sahen die Flügel extrem nach oben biegen (sehr hohe G-Last), ohne dass Teile abtrennten.
- Erneuter Sturzflug: Nach dem Hochziehen ging das Segelflugzeug erneut in eine stark negative Fluglage über und sank nahezu senkrecht weiter ab.
- Senkrechter Aufprall — tödlich: Aufprall mit ca. 70° in einem Waldgebiet 5,4 km südlich der Hahnweide. Luftfahrzeug zerstört; der Pilot wurde tödlich verletzt. Die technische Untersuchung ergab keine Mängel; die Obduktion ergab keine medizinische Beeinträchtigung.