JS1-C Trudeln im 3. Einweisungsflug — wenig Erfahrung, turbulente Thermik

Mont Crosin, Switzerland Jonker Sailplanes JS1-C

Bei Trudeln im dritten Einweisungsflug bei Mont Crosin wurde der Pilot einer JS1-C leicht verletzt; das Segelflugzeug wurde schwer beschädigt. Der Pilot hatte rund 104 h gesamt und 2:42 h auf dem anspruchsvollen Muster, alle am Vortag. Die Schwerpunktlage lag nahe der hinteren Grenze, im Bereich; die Thermik war turbulent. Bei der Aufwindsuche nach dem Klinken sank die IAS innerhalb von 10 s von 117 auf 84 km/h bei steigender Höhe; in 250 m AGL kam es zum Überziehen und Trudeln. Der Ausleitversuch blieb erfolglos, die Höhe reichte nicht. Aufschlag in jungem Wald.

  1. 3. Einweisungsflug auf Muster: Nach ca. 4 Minuten Schlepp ab Courtelary (LSZJ) und Ausklinken auf 1502 m MSL um 12:36 Uhr suchte der Pilot ca. 5 Minuten lang in einem Höhenband von ±70 m ohne nennenswerten Gewinn nach Thermik nahe dem Mont Crosin. Es war der dritte Einweisungsflug auf dem JS1-C — einem Hochleistungs-Einsitzer mit 18 m Spannweite, Klappen und Strahltriebwerk; die beiden vorangegangenen Flüge fanden am Vortag statt.
  2. Geringe Flugerfahrung: Von der SUST genannte Mitursache. Der Pilot hielt eine SPL-Lizenz, erworben am 30. September 2023, mit ca. 104:59 h Gesamtflugzeit. Erfahrung nach der Lizenzerteilung: ca. 28 h, davon ca. 11 h solo und ca. 13 h doppelsitzig auf Doppelsitzern; dazu ca. 11 h PIC auf dem Arcus M aus drei Flügen im Mai 2024. Gesamtzeit auf dem JS1-C: 2:42 h — ausschließlich am Vortag (15. Juni), einschließlich Handhabung des Strahltriebwerks im zweiten Flug.
  3. Anspruchsvolles Muster, hintere SP: Der JS1-C ist ein hochleistungsfähiger Einsitzer mit Klappen und einem kleinen Strahltriebwerk. Der Schwerpunkt lag laut SUST innerhalb der Grenzen, aber nahe der hinteren Grenze, was das Strömungsabrissverhalten verschlechtert. Die Verleihbedingungen des Betreibers verlangten entweder 500 h Segelflugerfahrung oder eine spezifische Einweisung; der Pilot befand sich auf dem zweiten Weg.
  4. Turbulente Thermik: Von der SUST genannte Mitursache. Wind 28 km/h aus 190° mit Böen bis 46 km/h (Station Chasseral, 12:40–12:50 Uhr); berechneter Wind 24 ± 9 km/h aus 210 ± 30°. Prognose für den Jura: Hangaufwind mit Turbulenz und zerrissener bis mäßiger Thermik, vom Piloten bestätigt. SUST: Bedingungen anspruchsvoll für einen Piloten mit geringer Erfahrung.
  5. Kapazitätsüberlastung: SUST-Analyse. Die SUST schlussfolgert, dass die Kombination aus geringer Gesamterfahrung, begrenzter Vorzeit auf vergleichbar anspruchsvollen Mustern und den turbulenten Bedingungen zu einer Kapazitätsüberlastung in der Endphase führte, was das unbeabsichtigte Hochziehen und den Energieverlust erklärt. Der verantwortliche Ausbilder war nicht formal als Fluglehrer qualifiziert, war aber kompetent und kannte das Muster gut; die SUST stellt fest, dass EASA für Einweisungsflüge (im Gegensatz zur Grundausbildung) keine Fluglehrerqualifikation rechtlich vorschreibt.
  6. Unbeabsichtigtes Hochziehen: Ab 12:41:03 Uhr sank die angezeigte Fluggeschwindigkeit in 10 Sekunden von 117 auf 84 km/h, während die Höhe anstieg — der JS1-C zog hoch und verlor Energie. Das Variometer zeigte laut Pilot kurz vor dem Strömungsabriss 3–4 m/s Sinken an.
  7. Strömungsabriss, Trudeln bei 250 m: Um 12:41:13 Uhr riss die Strömung ab, und das Segelflugzeug ging bei ca. 1350 m MSL (~250 m über Grund) ins Trudeln über. Die Fahrt nahm in den folgenden ~4 Sekunden weiter auf ~80 km/h ab. Die hintere Schwerpunktlage (innerhalb der Grenzen) begünstigte den Strömungsabriss und das Trudeln.
  8. Ausleitung knapp unter der Höhe: Der Pilot versuchte das Trudeln auszuleiten, konnte dies jedoch bis zum Bodenaufprall um 12:41:28 Uhr nach mehr als einer Umdrehung nicht abschließen. Der Notfallschirm wurde nicht betätigt; er befand sich noch im Cockpit am Wrack.
  9. Aufprall im Jungwald: Der JS1-C prallte auf 1099 m MSL in einem Jungwaldgebiet auf. Der linke Flügel löste sich vom Rumpf; der rechte Flügel wies am Holmübergang zum Rumpf starke Schäden an der Vorderkante auf. Das vordere Cockpit war stark beschädigt, Haube zersplittert, Instrumentenbrett zerstört. Die Fahrtmessernadel zeigte beim Aufprall 190 km/h. Der Pilot konnte sich selbst befreien und wurde leicht verletzt; Luftfahrzeug zerstört. Kein technischer Defekt oder Luftzerlegung festgestellt.
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