Zugvogel III A Höhenruder nicht angeschlossen nach unterbrochener Aufrüstung

Günzburg-Donauried, Germany Scheibe-Flugzeugbau GmbH Zugvogel III A

Beim F-Schlepp in Günzburg-Donauried wurde der Pilot einer Zugvogel III A tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Der Eigentümer hatte am Vortag aufgerüstet, doch die Höhenruderstoßstange wurde nie angeschlossen — die Aufrüstung wurde unterbrochen, da ein Helfer für einen Schleppflug benötigt wurde. Die Ruderprobe an den Steuerflächen erkannte den fehlenden Anschluss nicht; nötig war laut BFU eine direkte Sicht- und Handprüfung der Stoßstange selbst. In rund 20–30 m AGL klinkte der Pilot aus; das Flugzeug stieg, kippte über die linke Tragfläche ab und schlug nach Rückenlage 70 m links der Mittellinie auf einer Wiese auf.

  1. Aufrüstung am Vortag: Das Flugzeug war am 24. Mai demontiert worden. Am 29. Mai rüstete der Halter-Pilot gemeinsam mit zwei Helfern auf; Flügel eingesteckt und verschraubt, Höhenruder auf den Rumpf aufgesetzt.
  2. Höhenruder-Schubstange nie angeschlossen: Die Schubstange wurde nicht am Steuerhorn befestigt. Die Aufrüstung wurde unterbrochen, weil ein Helfer den Piloten für einen eigenen Schleppflug benötigte; niemand kehrte zurück, um die Höhenruderverbindung fertigzustellen.
  3. Haltekontrolle erkennt Fehler nicht: Die Ruderprobe vor dem Start (Helfer hält die Fläche, Pilot drückt dagegen) prüft Gestänge und Anschläge, kann aber eine nicht angeschlossene Schubstange nicht aufdecken.
  4. Schlepps­tart Piste 06: Schleppflugzeug Tecnam P92 Echo; Start um 11:29 Uhr; beide Flugzeuge hoben vor der Pistenmitte ab. Das Segelflugzeug nahm leicht bis deutlich überhöhe Position hinter dem Schlepper ein.
  5. Frühzeitiger Ausklink bei ~20–30 m GND: Der Pilot befahl und führte den Ausklink bei 20–30 m GND durch. Das Schleppflugzeug drehte nach links, um dem Segelflugzeug eine Geradeauslandung zu ermöglichen.
  6. Linker Flügel fällt, Kopfüberlage: Das Segelflugzeug stieg, begann eine Linkskurve, rollte dann nach links, ging nahezu in die Rückenlage und sank fast senkrecht ab.
  7. Aufprall 70 m links der Mittellinie: Das Flugzeug schlug auf einem Feld auf, 150 m vor der Pistenmitte und 70 m links der Mittellinie. Flugzeug zerstört; Pilot tödlich verletzt. Ähnliche Aufrüstungsfehler an SZD 30 und Ka 6 CR sowie eine EASA-SIB, die visuelle und manuelle Kontrolle nicht-automatischer Verbindungen vorschreibt, werden als Parallelen angeführt.
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