Arcus M Strömungsabriss im Hangflug — Geländekollision
Bei einer Geländekollision südöstlich des Chistehorn (VS) auf 2.126 m MSL wurden beide Piloten eines Arcus M tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Am ersten Tag eines geplanten Wandersegelflugs ab Birrfeld flogen die Piloten Hangflug mit Achterschleifen. Eine Rechtskurve in sinkender Luft wurde nicht beendet; der kritische Anstellwinkel wurde überschritten, und das Segelflugzeug kollidierte in einer Steilspirale mit dem ansteigenden Gelände. Möglicherweise trug eine hintere Schwerpunktlage bei; auch die Rollenverteilung zwischen den beiden Piloten war unklar.
- Hangflug am Chistehorn: Am ersten Tag eines geplanten zweitägigen Wandersegelflugs (Birrfeld → Grenoble → Langenthal) nutzte der Arcus M ca. 12 Minuten lang die Aufwinde am Chistehorn; dabei wurden Achter-Figuren mit hangabgewandten Halbkreisen geflogen (empfohlene Technik).
- Geringe Hangflugerfahrung auf Muster: Pilot A (vorne, 46 J.): 1377 h Gesamtzeit, davon nur 6:10 h auf dem Arcus M in 3 Flügen. Pilot B (hinten, 72 J.): 441 h Gesamtzeit, davon 46:16 h auf dem Arcus M — ausschließlich im Streckenflug über Flachland in Namibia. Die Hangflugerfahrung beider Piloten auf diesem Muster war gering.
- Mögl. hintere Schwerpunktlage: Die SUST nennt eine möglicherweise hintere Schwerpunktlage als Mitursache. Der Seitenflossenbehälter enthielt 4 l Wasser (3-l-Öffnungen abgeklebt), was den Schwerpunkt in den mittleren bis hinteren Bereich des zulässigen Bereichs laut Flughandbuch brachte. Die SUST weist darauf hin, dass eine hintere SP-Lage das Abkippverhalten verstärkt, besonders in Kurvenflügen.
- Aufgabenteilung unklar: Die SUST stellt fest, dass die Aufgabenteilung zwischen Piloten unterschiedlicher Herkunft die Sicherheit nur dann unterstützen kann, wenn Regeln für Entscheidungsfindung und Eingriff vor dem Flug klar vereinbart und von beiden akzeptiert wurden. Ob die beiden Piloten Rollen abgesprochen hatten, blieb offen.
- Kritischer AoA überschritten: Um 15:52:58 Uhr wurde in sinkender Luft eine Rechtskurve eingeleitet; die angezeigte Fluggeschwindigkeit fiel innerhalb von 15 Sekunden um 25 km/h, während das Segelflugzeug ca. 10 m an Höhe gewann. Die SUST-Analyse zeigt, dass der kritische Anstellwinkel überschritten wurde, als das Luftfahrzeug in der Kurve in absinkender Luft hochgezogen wurde.
- Strömungsabriss und Trudeln: Gegen 15:53:07 Uhr riss die Strömung ab. Das Luftfahrzeug drehte weiter in Richtung des steil ansteigenden Hangs und sank aus ca. 200 m über Grund mit ~23 m/s ab. Die Hand von Pilot B wurde am Klappengriff vorgefunden — möglicherweise ein Versuch, das einsetzende Trudeln durch Umschalten auf negative Wölbung gemäß AFM-Notfallverfahren zu stoppen — doch die Höhe reichte nicht mehr aus.
- Geländekollision 2126 m MSL: Der Arcus M prallte in nahezu senkrechter Spirale auf 2126 m MSL auf, ca. 1 km südöstlich des Chistehorns. Beide Piloten wurden tödlich verletzt (Polytrauma, sofort); das Luftfahrzeug wurde zerstört. Das ELT wurde ausgelöst. Die SUST erneuert Sicherheitsempfehlung #409 (verpflichtende Strömungsabriss-Warnanlagen für Segelflugzeuge) und fügt #557 hinzu (Sensibilisierung für Kontrollabrisse im Hangflug).