Nimbus 3 DM Motorleistung lässt in 40-50 m nach, Randbogen beim Notmanöver

Dahlemer Binz, Germany Schempp-Hirth Nimbus 3 DM

Beim Eigenstart in Dahlemer Binz wurde der Pilot eines Nimbus 3 DM schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Es war der zweite Versuch — der erste war wegen zu geringer Triebwerksleistung abgebrochen worden (vermutete Dampfblasenbildung); ein anschließender Standlauf war einwandfrei. Der zweite Steigflug verlief bis rund 40–50 m AGL unauffällig, dann ließ die Motorleistung nach. Wegen Wäldern östlich drehte der Pilot bei Piste 23 nach links zur Segelflugbetriebsfläche; die linke Tragfläche berührte den Boden, das Flugzeug drehte sich nach links und rutschte rund 87 m seitwärts.

  1. Eigenstart in Dahlemer Binz: Schempp-Hirth Nimbus 3 DM (Baujahr 1991, SN 18, zweisitziger Motorsegler mit Solo-2625-2-Motor und BM-G1-160-R-120-1-Propeller, einziehbar). 6.265 h Gesamtzeit / 1.359 Landungen; Gesamtzuladung auf dem Flug ~165 kg (innerhalb der Grenzen). Pilot 46 Jahre, EU-SPL mit TMG-, Segelflugzeug- und Motorseglerberechtigungen sowie Winden-/Schlepp-/COM-OPS-Endorsements; 994 h Gesamtzeit, 350 h / 85 Starts auf dem Muster, 60 h / 13 Starts in den letzten 90 Tagen; Tauglichkeit Klasse 2 gültig. Begleitperson auf dem Hintersitz war SPL-Inhaber mit Lehrerberechtigung, formal als Mitfluggast an Bord. Wetter: VMC, Sicht >10 km, wolkenlos, O-Wind 15 km/h, ~24 °C.
  2. Erster Startversuch abgebrochen: Laut BFU-Zusatzinformation wurde ein erster Startversuch zuvor wegen unzureichender Motorleistung abgebrochen. Der Pilot vermutete Dampfblasenbildung als Ursache. Ein anschließender Bodenprobelauf verlief normal — der Pilot unternahm daraufhin einen erneuten Startversuch.
  3. Wald östlich, keine Ausweichoption: Der Flugplatz Dahlemer Binz (EDKV, ~578 m AMSL, 1.070×30 m Asphaltpiste 053°/233°; mit paralleler Graswindenbahn und 700 m Segelflug-Landebahn) ist nach Norden und Osten von dichtem Wald umgeben. Östlich des Platzes gab es keine geeigneten Außenlandemöglichkeiten.
  4. Motorleistung fällt bei ~40–50 m: Beim zweiten Startversuch verliefen Startlauf und Anfangssteigen auf Piste 05 laut Besatzung und Bodenzeugen unauffällig. In 40–50 m über Grund nahm die Motorleistung so weit ab, dass ein weiteres Steigen nicht mehr möglich war.
  5. Linkswendung zum Segelflugbereich: Angesichts des Waldes im Osten entschied der Pilot, eine Notlandung auf dem Flugplatzgelände durchzuführen. In der Nähe der Pistenschwellenmarkierung 23 (gegenüberliegendes Ende der Asphaltbahn) leitete der Pilot eine Linkswendung in Richtung des Segelflugbetriebs-Bereichs ein.
  6. Linker Randbogen berührt Boden: Während der Linkswendung in Richtung des Segelflugbereichs berührte der linke Randbogen den Boden, was das Flugzeug weiter nach links rotieren ließ.
  7. Rumpf knickt, 87 m Seitwärtslauf: Das hintere Rumpfrohr knicktevor dem Leitwerk ein; das Flugzeug glitt anschließend auf dem Segelflugbetriebs-Bereich auf Kurs 350° ca. 87 m seitlich, mit einer geraden Schleifspur. Endlage 5,6 m südwestlich einer Segelflug-Startwinde, Längsachse in Richtung 232°.
  8. Pilot schwer verletzt, Totalschaden: Cockpit bis zur Rückenlehne zerstört; hinteres Rumpfrohr eingeknickt; linke Randabschlusskappe ~0,70 m delaminiert, Querruder und Klappe abgerissen; rechte Fläche an Randabschlusskappe und Querruder beschädigt; Nase mit Kratzern und Beulen. Bremsklappen eingefahren. Pilot schwer verletzt. Die Motoruntersuchung nach dem Unfall ergab keine Anomalien; die Wrackanalyse wies keine technischen Mängel nach.
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