Club Astir landet bei Außenlandung im Graben nach Orientierungsverlust

Bayreuth, Germany Grob Astir III

Bei einer Außenlandung nordwestlich von Bayreuth wurde der Pilot einer Club Astir III b schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Der SPL-Flugschüler hatte 64 h und 110 Alleinflüge, aber keine Überlandflug- oder Außenlandeausbildung. Nach Windenstart klinkte er in rund 400 m AGL aus, flog bei schwacher Thermik eine Acht und verlor in der Platzrunde die Orientierung. Der Fluglehrer wies per Funk auf einen verkürzten Anflug hin; der Pilot entschied sich für eine Außenlandung mit Kurs 315° und stieß auf einen Gewässergraben mit rund 4 m tiefen Böschungen. Der Rumpf brach; die Bremsklappen wurden beim Aufprall eingefahren.

  1. Windenstart beim Fly-Camp Bayreuth: Grob G 102 Club Astir III b (Baujahr 1982, ~15 m Spannweite, 260 kg leer, 380 kg MTOM, 2.190 h / 5.599 Landungen gesamt) bei einem Windenstart ab Bayreuth (EDQD), Piste 24 (900 m Gras). Betrieb: Ein Segelflugverein aus Nordrhein-Westfalen veranstaltete ein Fly-Camp in Bayreuth — in der Woche insgesamt wenig Flugbetrieb wegen Regenwetters. VMC, veränderlicher Wind bis 9 km/h, Fluglehrer: „fast keine verwertbare Thermik“. Start um 12:28 Uhr; für den Schüler war es der dritte Flug auf diesem Flugplatz.
  2. Schüler ohne Außenlandetraining: Laut BFU waren alle Übungen der ersten und zweiten Ausbildungsphase im Ausbildungsnachweis dokumentiert. Nach Angabe des betreuenden Lehrers hatte der Schüler den theoretischen und praktischen Unterricht der dritten Ausbildungsphase (Überlandflüge und Außenlandungen) noch nicht erhalten. Gesamtzeit 64 h / 413 Starts, davon 15 h / 110 Starts allein. Flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis Klasse 2 gültig.
  3. Fremdes Gelände, schwache Thermik: Bayreuth liegt auf einem Plateau 5 km nordöstlich des Flugplatzes auf ~488 m AMSL; das Gelände fällt nach NW ab (der Unfallort liegt 40 m unter dem Platzniveau). Der Schüler war neu auf dem Platz (allgemeine Platzbeschreibung anhand eines Fotos und ein 6-minütiger Einweisungsflug). Die Bedingungen am Unfalltag waren für das Segelfliegen ungünstig — Fluglehrer: „fast keine verwertbare Thermik“.
  4. Orientierungsverlust in der Runde: Nach dem Ausklinken bei ~400 m flog der Schüler einen vollständigen Kreis, dann ~600 m nach Norden und eine Acht mit Richtungswechsel, dann weitere ~500 m nach Norden und erneut einen vollen Kreis. Nach eigenen Angaben hatte er zu diesem Zeitpunkt die Orientierung in der Platzrunde verloren.
  5. Fluglehrer empfiehlt kürzeren Anflug: Der betreuende Fluglehrer stand per Funk mit dem Schüler in Verbindung und beobachtete, dass das Segelflugzeug sehr niedrig war. Laut Funkaufzeichnung: „Du kannst die Landung auch abkürzen“ — ein Hinweis, den Anflug zurück zum Platz abzukürzen, anstatt die volle Platzrunde zu fliegen.
  6. Schüler wählt Außenlandung 315°: Anstatt einen verkürzten Anflug zurück zum Platz zu fliegen, entschied sich der Schüler für eine Außenlandung auf Kurs 315° (NW) in abfallendes landwirtschaftliches Gelände ~1,7 km nordwestlich des Flugplatzes.
  7. Graben mit 4 m hohen Böschungen: Landeweg: ~10 m Geradeauslauf durch ein Maisfeld, erste Bodenberührung auf Gras 15 m weiter, zweite Bodenberührung auf Grünland 15 m weiter über einen asphaltierten Feldweg. Unmittelbar nach der zweiten Bodenberührung befand sich ein ~4 m tiefer, von einem Gewässer gesäumter Graben (Gewässergraben) mit steilen Böschungen; das Segelflugzeug traf mit der Nase auf die gegenüberliegende (NW-)Böschung. Die Bremsklappen waren beim Aufprall eingefahren (Hebel in eingefahrener Stellung vorgefunden, nach dem Unfall frei beweglich).
  8. Rumpf gebrochen, schwer verletzt: Der Rumpf brach auf Höhe der Rückenlehne in zwei Teile; die Haube löste sich ~6 m vor der Nase; Querruder blockierten; Steuergestänge verbogen. Tragflächen, Hinterschiff und Leitwerk blieben intakt und zusammenhängend. Kein Brand. Pilot schwer verletzt.
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