Flugschüler zieht Knüppel beim Windenstart voll zurück
Beim Windenstart in Friedersdorf wurden der Fluglehrer und der Flugschüler einer Puchacz schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach dem Abheben prallte das Bugrad gegen einen Grashügel; der Flugschüler zog den Knüppel voll zurück und hielt ihn gegen den Anschlag. Das Flugzeug ging in einen steilen Steigflug über. Der Fluglehrer konnte den Knüppel mit beiden Händen nicht nach vorn drücken. In rund 45 m AGL löste sich das Windenseil; die Maschine rollte nach rechts und schlug mit der Nase auf. Hecklastige Trimmung, ein Flugschüler unter dem Mindestgewicht und stark kompressible Sitzkissen trugen bei.
- Erster Ausbildungs-Windenstart: Die Puchacz startete um 12:15 Uhr per Windenstart von Piste 12 am Sonderlandeplatz Friedersdorf, geflogen von einem Fluglehrer und einem Flugschüler.
- Knüppel voll zurück, festgehalten: Unmittelbar nach dem Abheben stieß das Bugrad gegen einen Grashügel; der Flugschüler zog den Knüppel voll zurück und hielt ihn fest, die Puchacz stieg binnen drei Sekunden extrem steil.
- Hecklastige Konfig. + Untergewicht: Die Trimmung war hecklastig eingestellt; der Flugschüler wog ca. 50 kg, unter dem Mindestvordergewicht von 55 kg, bei Sitzkissen, die von 18 auf ca. 6 cm zusammendrückbar waren.
- Fluglehrer kann nicht übernehmen: Der Fluglehrer versuchte mit beiden Händen, den Knüppel nach vorn zu drücken, und forderte den Flugschüler wiederholt auf, die Steuerung freizugeben; dieser reagierte nicht.
- Windenseil löst bei ca. 45 m: Bei etwa 45 m Höhe trennt sich das Windenseil von der Schleppkupplung. Eine anschließende Nickbewegung nach vorn bleibt aus; die Maschine verharrt in hohem Anstellwinkel.
- Rollbewegung rechts, Bodenaufprall: Die Puchacz rollte nach rechts, ging in eine trudelartige Rotation über und schlug flach mit der Nase auf; beide Insassen wurden schwer verletzt, das Luftfahrzeug zerstört.