Phoebus C: Seitenrudersteuerung versagt im Flug — Eigenmontage, erster Flug danach
Beim Versagen der Seitenrudersteuerung bei Oerlinghausen wurde der Pilot eines Phoebus C tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Im Thermikflug setzte er eine PAN-PAN-Meldung wegen Seitenruderproblemen ab. Das Flugzeug geriet dreimal in unkontrollierte Fluglage — zweimal fing er ab, beim dritten Mal stürzte es nahezu senkrecht zwischen Bäume. In rund 13 m schlug es Äste einer Kiefer ab und prallte auf einen Waldweg. Die Untersuchung ergab vom Eigentümer nachgerüstete Spannschlösser mit zu geringer Gewindetragfähigkeit; unter Last löste sich das rechte. Es war der erste Flug nach der Modifikation.
- Eigenmontierte Spannschlösser: Der Halter und Pilot hatte kurz zuvor Spannschlösser in die Seitenruderzüge eingebaut, um die Pedalneigung einzustellen; rechts waren nur 1-2 Gewindegänge eingedreht.
- Erster Flug nach der Modifikation: Start um 12:40 Uhr ab Oerlighausen zu einem geplanten Lokalthermikflug; der Unfallflug war der erste auf dem Muster seit der Modifikation.
- Spannschloss reißt im Flug heraus: Der Pilot gab per Funk einen PAN-PAN-Ruf wegen Seitenruderproblemen durch; unter Belastung rissen die Gewindegänge der Messingmutter heraus und trennten die Seitenrudersteuerung.
- Trudeln und Abfangen: Das Segelflugzeug geriet ins Trudeln, fing sich wieder und gewann leicht Höhe auf dem Weg zurück zum Flugplatz.
- Wiederholtes Abkippen über rechts: In einer Rechtskurve mit pumpenden Steuerbewegungen und abnehmender Fahrt kippte das Segelflugzeug zweimal über die rechte Fläche ab und wurde jeweils wieder in den Geradeausflug abgefangen.
- Senkrechter Einschlag im Wald: Ein drittes Abkippen über die rechte Fläche wurde nicht mehr abgefangen; das Segelflugzeug sank fast senkrecht, streifte eine Kiefer und schlug auf einem Waldweg auf.