Discus 2cT Strömungsabriss in tiefer Linkskurve im Anflug — Verfahrensabweichung
Nach einem Strömungsabriss in tiefer Linkskurve im Anflug auf Hamburg-Boberg wurde der Pilot eines Discus 2cT tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach rund 45 Minuten Thermikflug kehrte der Pilot zurück. Quer ab vom Landezeichen der Piste 30 leitete er in rund 150 m MSL eine Linkskurve ein, 600 m südlich der Schwelle — eine Abweichung vom Standardverfahren. Die Kurve wurde enger, die Geschwindigkeit fiel unter vmin, das Flugzeug kippte links ab und ging ohne Höhenreserve in nahezu senkrechten Sinkflug über. Aufschlag rund 18 Sekunden später auf einer Wiese.
- F-Schlepp und Thermikflug: F-Schlepp um 15:44 von Boberg Piste 30, Ausklinken nach 5 min in rund 950 m AMSL. Etwa 45 min Thermikflug östlich und südlich des Flugplatzes.
- Rückkehr zum Platz: Rückkehr aus dem Süden in etwa 350 m AMSL auf NW-Kurs; Erreichen der Position auf Höhe des Landezeichens für Piste 30.
- Abweichung vom Platzrundenverfahren: Statt der vorgeschriebenen Rechtskurve in den Gegenanflug (laut Vereinsbetriebsordnung) leitete der Pilot in etwa 150 m AMSL und 600 m südlich der Schwelle eine Linkskurve ein.
- Enger werdende Tiefkurve: Die Kurve wurde enger, während der Logger die Höhe nahezu konstant zeigte — Bewegungsenergie wurde gegen Höhe getauscht. Möglicherweise wurde schwache Thermik verfolgt.
- Fahrtabfall unter Vmin: Um 16:32:12 fiel die TAS (QN) unter 70 km/h (Abrissgeschwindigkeit). Das Segelflugzeug kippte über die linke Tragfläche ab.
- Nahezu senkrechter Sinkflug: Zeugen sahen das Luftfahrzeug hinter Bäumen in einen nahezu senkrechten Sinkflug übergehen. Das Flughandbuch nennt Abfanghöhen bis 200 m; die verfügbaren rund 150 m reichten nicht aus.
- Aufprall auf einer Wiese: In 50 m AMSL auf einer Wiese ca. 600 m südlich der Schwelle Piste 30, 18 Sekunden nach Einleiten der Kurve. Luftfahrzeug zerstört; Pilot tödlich verletzt.