DG-300 Elan: Strömungsabriss im Kurvenflug — zu tief und zu langsam

Malsch, Germany DG Flugzeugbau DG-300 Elan

Nach einem Strömungsabriss im Queranflug bei Malsch wurde der Pilot einer DG-300 Elan tödlich verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Nach Windenstart und erfolgloser Thermiksuche flog der Pilot die Platzrunde im Queranflug mit rund 160 m unter der Sicherheitshöhe und etwa 3 m/s Sinken. In der Kurve zum Endanflug fiel die Geschwindigkeit auf rund 62 km/h, nahe der Überziehgeschwindigkeit, bei noch eingefahrenem Fahrwerk. Beim Ausfahren des Fahrwerks kippte die Maschine nach rechts ab, geriet ins Trudeln und schlug steil im Wald auf. Geringe jüngste Flugpraxis trug bei.

  1. Windenstart und Platzrunde: Die DG-300 Elan startet um 12:07 Uhr per Winde zu einem lokalen Wettbewerbsflug. Der Pilot fliegt eine rechtshändige Platzrunde und sucht dabei erfolglos Thermik; nach dem Ausklinken erreicht er nur etwa 320 m über Grund.
  2. Zu tief im Gegenanflug: Im Gegenanflug auf Höhe der Schwelle 07 liegt die Maschine bereits ungewöhnlich tief — rund 160 m Höhe bei einer Sinkrate von etwa 3 m/s. Die ortsübliche Sicherheitshöhe an dieser Position beträgt etwa 200 m.
  3. Geschwindigkeitsverlust Queranflug: In der Rechtskurve vom Queranflug in den Endanflug fällt die Groundspeed von ~80 auf ~62 km/h. Das Fahrwerk ist noch eingefahren; die berechnete Überziehgeschwindigkeit liegt bei etwa 67 km/h für das Abfluggewicht.
  4. Fahrwerk nach Ausleiten ausgefahren: Nach dem Ausleiten auf den Endanflug fährt der Pilot das Fahrwerk aus. Dies erhöht den Widerstand bei bereits niedriger Geschwindigkeit und geringer Höhe zusätzlich.
  5. Strömungsabriss und Trudeln: Kurz nach dem Ausfahren des Fahrwerks geht die Maschine in eine Linkskurve über, klappt dann abrupt nach rechts weg und verlässt den kontrollierten Flug — übereinstimmend mit einem aerodynamischen Strömungsabriss und einleitendem Trudeln aus einer hinteren Schwerpunktlage.
  6. Geringe Flugerfahrung: Die BFU dokumentierte rund 30 Flugstunden in den zurückliegenden 24 Monaten; in den 11 Monaten vor dem Unfall hatte der Pilot keinen einzigen Flug absolviert. Bekannte Piloten beschrieben Schwierigkeiten in ungewohnten Situationen.
  7. Steileinschlag — tödlich verletzt: Um etwa 12:11 Uhr trifft die DG-300 Elan steil mit der Nase nach unten in ein nahe gelegenes Waldstück auf und wird zerstört. Der Pilot wird tödlich verletzt.
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