ASW 15 / Astir CS Zusammenstoß auf kreuzenden Steigflugkursen — FLARM ignoriert
Bei einer Kollision zweier Segelflugzeuge nahe Lüneburg wurde der Pilot des Astir CS schwer verletzt; der Pilot der ASW 15 blieb unverletzt. Beide Flugzeuge waren im Streckenflug und stiegen 18 Sekunden lang auf nahezu geraden, sich unter 81° kreuzenden Kursen. Die ASW 15 erhielt eine FLARM-Warnung von hinten und drehte nach rechts; der Astir CS flog leicht rechts geneigt weiter. Keiner sah den anderen auf stehender Peilung; die FLARM-Warnungen wurden nicht umgesetzt. Die beschädigte ASW 15 landete in Lüneburg. Der Astir CS ging in nahezu senkrechten Sinkflug; der Pilot rettete sich mit dem Fallschirm, das Flugzeug stürzte in ein Wohngebiet.
- Streckenflug in der Thermik: Nach getrennten Starts in Lüneburg stieg der Pilot der ASW 15 auf etwa 1.100 m und setzte seinen geplanten 450-km-Streckenflug fort, während er unter Cumulus-Wolken in der Thermik kreiste.
- Gemeinsamer Thermikraum: Beide Segelflugzeuge nutzten benachbarte Aufwinde auf ähnlichen Routen, ohne Teamflug-Absprache oder gegenseitigen Funkkontakt im Luftraum E.
- Annähernde Flugbahnen: In den letzten 18 Sekunden vor dem Zusammenstoß flogen die ASW 15 und die Astir CS nahezu geradeaus auf kreuzenden Kursen mit 81° Schnittwinkel und geringem Höhengewinn, was sie in Konflikt brachte.
- FLARM-Warnung und Rechtskurve: Der Pilot der ASW 15 erhielt eine FLARM-Kollisionswarnung, die ein anderes Luftfahrzeug 380–500 m hinter ihm anzeigte, und drehte daraufhin in etwa 1.097 m über Grund nach rechts unter die nächste Wolke, während die Astir CS in leichter Rechtsbewegung den nächsten Aufwind zentrierte.
- Zusammenstoß in der Luft: Während die ASW 15 drehte und die Astir CS in leichter Rechtslage flog, kollidierten beide Segelflugzeuge in etwa 1.097 m über Grund rund 2.100 m nordwestlich von Lüneburg, wobei beide Luftfahrzeuge schwere strukturelle Schäden erlitten.
- Notabstieg und Reaktionen: Die ASW 15 ging in den Sturzflug über, doch der Pilot brachte sie wieder unter Kontrolle und führte eine Steuercheck durch, während die Astir CS in einen nahezu senkrechten, teils Rückenlage-Sinkflug überging; deren Pilot sprengte die Haube ab, öffnete den Gurt, fiel aus dem Flugzeug und betätigte den Fallschirm.
- Absturz – schwer verletzt: Der Pilot der ASW 15, ohne Fallschirm, landete das stark beschädigte Segelflugzeug unverletzt zurück in Lüneburg; die Astir CS stürzte unbemannt in ein Wohngebiet und wurde zerstört, ihr Pilot, dessen Fallschirm später einriss und ins Drehen geriet, schlug auf einem Weizenfeld auf und wurde schwer am Rücken verletzt.