ASW 24 E kurvt nach Seilriss in 60 m um, statt geradeaus zu landen
Beim Seilriss im Windenstart in Dillingen/Saar wurde der Pilot einer ASW 24 E schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. In rund 60 m AGL rissen beide Sollbruchstellen des Windenseils. Statt der gemäß Segelflugbetriebsordnung empfohlenen Landung geradeaus leitete der Pilot eine Umkehrkurve ein, flog an Hangar und Winde vorbei und kurvte nach Nordwesten. In 20–30 m AGL kippte das Flugzeug nach links ab, berührte mit der linken Tragfläche einen Baum, drehte sich und schlug 860 m vom Startplatz mit der Rumpfnase auf einem Feldweg auf. Die letzte Seilrissübung lag zwei Jahre zurück; es war der erste Alleinflug der Saison.
- Windenstart-Steigflug: Der Windenstart in Dillingen/Saar von Piste 06 um 15:01 Uhr führte zu einem Steigflug bis auf etwa 67 m AGL.
- Seilriss bei ca. 60 m: Das Schleppseil riss; beide Sollbruchstellen (einschließlich der roten Reserve) brachen. An Winde und Seil wurden keine Mängel festgestellt.
- Umkehrkurve eingeleitet: Der Pilot flog am Hangar im Süden und an der Winde im Osten vorbei und kurvte dann nach Nordwesten zurück zur Bahn — entgegen der Empfehlung, bei tiefem Seilriss geradeaus zu landen.
- Abkippen in 20–30 m AGL: Das Segelflugzeug legte sich stark nach links und verlor rasch an Höhe; die Sinkrate erreichte am letzten GPS-Punkt rund 15 m/s bei etwa 37° Querneigung.
- Baumberührung mit linker Fläche: Die linke Tragfläche berührte einen Baum und löste eine Drehung um die Hochachse aus.
- Aufprall mit der Nase voran: Das Segelflugzeug schlug ca. 860 m vom Startpunkt entfernt mit der Nase voran auf einem Feldweg auf; das Flugzeug wurde zerstört, der Pilot schwer verletzt.