ASW 24 E Seilriss in 60 m beim Windenstart — Umkehrkurve statt Landung geradeaus
Beim Seilriss im Windenstart in Dillingen/Saar wurde der Pilot einer ASW 24 E schwer verletzt; das Segelflugzeug wurde zerstört. Die Maschine stieg auf maximal 67 m AGL, als beide Sollbruchstellen des Windenseils rissen. Statt der gemäß Segelflugbetriebsordnung empfohlenen Landung geradeaus leitete der Pilot eine Umkehrkurve ein. In 20–30 m AGL kippte das Flugzeug nach links ab, berührte mit der linken Tragfläche einen Baum und schlug 860 m vom Startplatz mit der Rumpfnase auf einem Feldweg auf. Die letzte Seilrissübung lag zwei Jahre zurück; technische Mängel wurden nicht festgestellt.
- Windenstart-Steigflug: Windenstart in Dillingen/Saar von Piste 06 um 15:01; Steigflug bis ca. 67 m über Grund. Der Pilot hatte 2.992 h auf dem Muster, aber seit 2020 keine Seilrissübung mehr geflogen; es war sein erster Alleinflug 2022.
- Seilriss bei ca. 60 m: Das Schleppseil riss; beide Sollbruchstellen (einschließlich der roten Reserve) brachen. An Winde und Seil wurden keine Mängel festgestellt.
- Umkehrkurve eingeleitet: Das Segelflugzeug überflog den Hangar im Süden und die Winde im Osten und drehte dann nach Nordwesten zur Bahn zurück — entgegen der Empfehlung des SBO, bei Seilrissen in geringer Höhe geradeaus zu landen.
- Abkippen in 20–30 m über Grund: Das Segelflugzeug legte sich stark nach links und verlor rasch an Höhe; die Sinkrate erreichte am letzten GPS-Punkt rund 15 m/s bei etwa 37° Querneigung.
- Baumberührung mit linker Fläche: Die linke Tragfläche berührte einen Baum und löste eine Drehung um die Hochachse aus.
- Aufprall mit der Nase voran: Das Segelflugzeug schlug ca. 860 m vom Startpunkt entfernt mit der Nase voran auf einem Feldweg auf; das Flugzeug wurde zerstört, der Pilot schwer verletzt.